Schonungslose Aufklärung wichtig

Deutschlands Weltkonzern Siemens dürfte so schnell nicht mehr aus den Schlagzeilen kommen. Mit dem Urteil gegen den Ex-Manager Reinhard S. hat das...

Deutschlands Weltkonzern Siemens dürfte so schnell nicht mehr aus den Schlagzeilen kommen. Mit dem Urteil gegen den Ex-Manager Reinhard S. hat das Münchner Landgericht die Tür für weitere Rechtsstreitigkeiten rund um den Schmiergeldskandal geöffnet. Zahlreiche Verfahren könnten noch folgen. Insgesamt haben die Staatsanwälte bereits 300 weitere Beschuldigte im Visier, neue Anklagen sind in Vorbereitung. Und es ist zu hoffen, dass die engagierten Ermittler trotz schwieriger Beweislage nicht die Geduld für ihre Aufklärungsarbeit verlieren.

Denn nur durch die schonungslose Offenlegung des möglichen "Systems Siemens", kann künftig ein Missbrauch konzernweit unterbunden werden - und der notwendige moralische Neustart bei Siemens gelingen.

Dabei sollte gegen alle Verdächtigen ohne Rücksichtnahme auf Status und Position gleichermaßen ermittelt werden, auch in den oberen Führungsetagen. Je schneller die Wahrheit auf den Tisch kommt, desto besser. Korruption und Schmiergeldzahlungen mögen zwar mancherorts üblich sein. Doch ein erfolgreicher Hochtechnologiekonzern muss auf Bestehung verzichten und vielmehr durch die Qualität seiner Produkte die Konkurrenz ausstechen können.