Mehdorn wegen Sparplänen unter Beschuss

BERLIN. Bahnchef Hartmut Mehdorn ist wegen seiner Sparpläne aus allen politischen Lagern unter Beschuss geraten. Der Vorsitzende des Verkehrsauschusses im Bundestag, der CDU-Politiker Klaus Lippold, warf ihm vor, mit klar überhöhten Zahlen zu hantieren. Bei SPD und Grünen wurden erste Rufe nach einer Ablösung des Konzernchefs laut. Mehdorn benehme sich wie ein Elefant im Porzellanladen, kritisierte der SPD-Abgeordnete Michael Roth. Der Konzernchef müsse sich fragen lassen, ob er noch tragbar sei. Auch Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee rügte Mehdorn und verlangte, das Beschäftigungsbündnis zu erhalten.

Mehdorn hatte sich mit der Lokführer-Gewerkschaft GDL auf Lohnerhöhungen von elf Prozent geeinigt. Nur einen Tag später kündigte er einen Stellenabbau und eine Erhöhung der Fahrpreise an, um Mehrkosten von über einer Milliarde Euro über fünf Jahre wieder hereinzuholen. Auch das Beschäftigungsbündnis stellte er infrage. Die Gewerkschaften Transnet und GDBA drohten daraufhin mit Streik.

Tiefensee sagte dem ZDF, er habe für Mehdorns heftige Reaktion kein Verständnis. Die Deutsche Bahn sei ein wirtschaftlich starkes Unternehmen, das seine Gewinne nicht zuletzt dank seiner Beschäftigten mache. Deshalb solle sich Mehdorn schnellstens mit den Mitarbeitern an einen Tisch setzen. Von Rücktrittsforderungen wollte die Regierung aber nichts wissen. "Herr Mehdorn soll seine erfolgreiche Arbeit fortführen", sagte eine Sprecherin von Minister Tiefensee. Regierungssprecher Ulrich Wilhelm ergänzte, dies sei Haltung der gesamten Regierung.

( rtr )

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