Hamburger Firmen sehen Chancen in Afrika

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Maya Engelmann

Hamburg. "Afrika ist kein verlorener Kontinent, sondern einer im Aufbruch", sagte Karl-Joachim Dreyer, Präses der Handelskammer. Bei der gestrigen Konferenz "Afrika Kontinent der Chancen" in der Handelskammer ermutigte er die Hamburger Wirtschaft, vermehrt ihre Chancen in Afrika zu suchen. Gerade die Wirtschaft südlich der Sahara zeige ein stabiles Wachstum von etwa fünf Prozent im Jahr. Politisch seien viele Länder liberaler und demokratischer geworden.

Die Bundesregierung hat es sich daher im Jahr der Präsidentschaft bei Europäischer Union und G8 zur Aufgabe gemacht, bei Privatunternehmen für mehr nachhaltige Investitionen in Afrika zu werben. Zusammen mit der Handelskammer will sie mittelständischen Hamburger Unternehmen die Region schmackhaft machen. Hamburg ist mit einem Anteil von 15 Prozent am gesamten deutschen Im- und Export der bedeutendste deutsche Außenhandelspartner von Afrika.

Mehr als 1000 Hamburger Unternehmen haben Geschäftsbeziehungen zu Afrika. Die wichtigsten Partnerländer sind dabei Libyen, Nigeria und Südafrika. "Afrika bietet viele wirtschaftliche Möglichkeiten, es ist ein wachsender Markt mit zunehmender Kaufkraft", sagt Jens- Peter Breitengroß, Geschäftsführer der Jos. Hansen & Söhne GmbH. Seine Firma pflegt seit 80 Jahren Geschäftsbeziehungen mit Afrika, baut dort zum Beispiel Wasserwerke oder exportiert Anlagen auf den Kontinent trotz Risiken wie mangelnder Rechtssicherheit, Korruption und Kriminalität. "Es ist ein Vergnügen mit den loyalen sympathischen Menschen dort zu arbeiten", schwärmt Breitengroß.

Zudem gäbe es attraktive Förderungen von privaten Investitionen. Die Mittelschicht werde immer größer und Handys seien in der Stadt weit verbreitet. "Diese Marktlücke hat aus Deutschland niemand bemerkt", sagt Breitengroß. Neben dem Handymarkt seien auch die Verbesserung der Infrastruktur, die Landwirtschaft und der Dienstleistungsmarkt zum Beispiel für Unternehmensberatungen attraktiv.

Neben Jos. Hansen & Söhne haben zum Beispiel auch die gmp Architekten in Afrika investiert. Sie planen für die Fußball- WM 2010 in Südafrika drei neue Stadien. Der Otto Versand hat es sich mit der Initiative "Cotton made in Africa" zum Ziel gemacht, durch Nachfrage nach afrikanischer Baumwolle die Armut in den Baumwollregionen zu bekämpfen. Dazu gehört, dass Baumwolle ökonomisch, sozial und ökologisch nachhaltig erzeugt und angeboten wird.

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