EADS: Konsortium für Aktien-Übernahme steht

Der deutsche Einfluss auf den Luft- und Raumfahrtkonzern EADS ist gesichert. Die Bundesregierung hat ein Konsortium von Banken gebildet, das die EADS-Anteile des verkaufswilligen Autokonzerns DaimlerChrysler für einige Jahre übernimmt.

FRANKFURT. Die Stimmrechte sollen offenbar aber bei dem Stuttgarter Konzern bleiben. "Die Lösung steht, die Beteiligten haben zusammengefunden", sagte gestern Regierungssprecher Ulrich Wilhelm. "Ich rechne damit, dass die Ergebnisse noch in diesem Monat bekanntgegeben werden."

Mit dem Einstieg des Bankenkonsortiums soll das Machtverhältnis zwischen Deutschland und Frankreich bei EADS erhalten bleiben. Frankreich und der französische Rüstungskonzern Lagardère halten zusammen 22,5 Prozent, genau so viel wie derzeit DaimlerChrysler.

Das von dem Autobauer zum Verkauf stehende EADS-Aktienpaket von 7,5 Prozent soll nach Angaben aus Bankenkreisen nur für die Dauer von vier Jahren in den Besitz des Konsortiums gehen. Daimler erhalte dadurch einen Kredit für den Anteil, der als Sicherheit diene. "Das ist eine Zwischenlösung, es ist nicht mehr als ein Kredit", heißt es dazu. DaimlerChrysler will seine EADS-Beteiligung auf 15 Prozent verringern. Der Wert der zum Verkauf stehenden Aktien wird dabei auf 1,5 Milliarden Euro geschätzt.

In dem Bankenkonsortium, das aus einem Dutzend privater und öffentlich-rechtlicher Finanzhäuser bestehen soll, sollen auch die ausländischen Institute Credit Suisse und Morgan Stanley vertreten sein. Die Mehrheit soll bei privaten Instituten liegen. Als gesetzt gelten die Deutsche Bank, die Commerzbank, die staatliche KfW und das US-Geldhaus Goldman Sachs. Zu weiteren Investoren zählen die Allianz sowie einzelne Landesbanken und Förderbanken der Länder. Die EADS und DaimlerChrysler wollten sich gestern nicht äußern.