Taumelnde Lebensversicherer

Volker Mester

Kommentar

Die deutschen Lebensversicherer stecken in der schwersten Branchenkrise der Nachkriegszeit. Die Aufgabe ihrer Manager ist es, die Kunden so wenig wie möglich davon spüren zu lassen - schließlich ist die Lebensversicherung hierzulande die wichtigste Form der Altersvorsorge nach der staatlichen Rente. Den meisten Anbietern gelingt das auch leidlich. Doch bei einigen Unternehmen sieht das anders aus: Hier haben sich die Vorstände, die für die Verwaltung der Kundengelder zuständig sind, in den Jahren des Börsenbooms zu riskanten Aktiengeschäften hinreißen lassen, um mit besonders hohen Renditen glänzen zu können. Jetzt aber, da die Kurse Monat für Monat weiter fallen, rächt sich das. Versicherer-Pleiten wird es zwar wohl dennoch nicht geben, die Branche strickt gerade an einem Auffangnetz für taumelnde Firmen. Was für deren Kunden beruhigend ist, wird die Manager in Unternehmen, die solide gearbeitet haben, aber arg wurmen: Sie müssen jetzt für das Fehlverhalten anderer geradestehen. Und, nicht zu vergessen: Die Rettung angeschlagener Versicherer kostet Geld, belastet werden damit auch die Kunden der Starken.

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