Der Chef ist weg, der Kurs steigt

Das ist bitter für einen erfolgsverwöhnten Unternehmer wie MobilCom-Gründer Gerhard Schmid. Als Vorstandschef vom Aufsichtsrat gefeuert - und nicht mal die eigenen Leute haben zu ihm gehalten. Aber vielleicht musste es im Machtkampf mit France Telecom so kommen. Denn Kompromisse liegen dem fränkischen Sturkopf nicht. Ein Ende mit Schrecken ist besser als ein Schrecken ohne Ende. Denn gerade auch wegen des Streits mit den Franzosen ging der Aktienkurs des Unternehmens, das in guten Zeiten mit 200 Euro pro Papier an der Börse notierte, drastisch auf zuletzt rund neun Euro runter. Leidtragende waren vor allem die Kleinaktionäre, die dem einstigen Shootingstar am Neuen Markt vertrauten und jetzt bitter enttäuscht werden. Egal ob Schmid oder die Franzosen Recht haben - für die Anleger dürfte es eine Genugtuung sein, dass der Kopf des Geldvernichters jetzt rollt. Sicher, Schmid hat Pionierarbeit geleistet. Er wurde in guten Zeiten von Analysten bejubelt und von Aktionären verehrt. Doch zuletzt war er nur noch unberechenbar. Nachdem der Rauswurf bekannt wurde, stieg der MobilCom-Kurs.