Hilfe in Dianas Namen

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Sophie Laufer

Ein Hamburger vermarktet Lizenzrechte für die Stiftung der Prinzessin.

Hamburg. Im Büro stehen Kalender, Bücher und Briefmarkensammlungen von Prinzessin Diana. Auf dem Schreibtisch die neue Biographie der Prinzessin, daneben ein 27seitiger Vertrag mit dem "Diana, Princess of Wales Memorial Fund". "Ich bin jetzt zuständig in Sachen Diana", sagt Michael A. Lou, Chef der Hamburger V.I.P. Entertainment & Merchandising AG mit einem Lächeln. Er vergibt seit Ende Oktober Marken-Lizenzen für Diana-Produkte, wie Fotos oder ihre Unterschrift.

Die Princess Diana Stiftung hatte Lou im Oktober gebeten, die Aufsicht über die Diana-Produkte zu übernehmen. "Ich muß zugeben, daß ich anfangs ein wenig skeptisch war", sagt er. "Ich konnte mir nicht vorstellen, eine tote Person zu vermarkten." Das sei mittlerweile ganz anders. "Jetzt bin ich begeistert", so Lou. Das besondere sei, daß der gesamte Erlös den vielen Projekten der Diana Stiftung zugeführt werde. Die Prinzessin habe schon zu Lebzeiten viel soziales Engagement gezeigt, also passe es jetzt auch, in ihrem Namen weiter zu helfen. "Ich denke, daß jedes Mittel recht ist, um Gutes zu tun."

Die Agentur soll im deutschsprachigen Raum Firmen suchen, die an Lizenzrechten interessiert sind. "Wichtig ist, daß die Produkte Eleganz vermitteln, zum Stil von Diana passen und von höchster Qualität sind", sagt Lou. Im nächsten Jahr sollen Papier- und Schreibwaren erscheinen. Auch eine Bekleidungslinie ist geplant.

Der zuständige Stiftungsrat in England, zu dem auch Dianas Schwester und der Erzbischof von Canterbury gehören, trifft die endgültige Entscheidung über die Diana-Produkte. "Die schauen da genau drauf", sagt Lou. "Wenn ihnen das Image einer Firma nicht paßt, verweigern sie ihre Zustimmung." Bereits kurz nach dem Tod der Prinzessin von Wales war die gemeinnützige Stiftung von Dianas Familie gegründet worden, um ihre karitativen Aktivitäten fortsetzen zu können. Dabei setzt die Stiftung auch den Namen Diana für ausgesuchte kommerzielle Zwecke ein, um die humanitäre Hilfe zu finanzieren. Mehr als 55 Millionen Euro hat die Stiftung seit 1997 an 250 Projekte gespendet.

Michael A. Lou hatte 1980 mit der US-Serie Dallas seinen ersten Kunden. Seitdem verkaufte er Lizenzrechte für Filme wie Star Wars und James Bond, Legenden wie Marilyn Monroe, für David Bowie oder auch Firmennamen wie Pepsi und Faberge. "Finanziell ist Faberge mein größter Erfolg gewesen", sagt Lou. "Wir haben der Marke in Deutschland das Image verschafft, das zu ihr paßt." Der Erfolg käme aber vor allem dadurch, daß Faberge bis heute eine gefragte Marke sei. "Die anderen Marken sind oft nur kurz auf dem Markt. Es gibt einen großen Hype und schon nach kurzer Zeit interessiert sich kein Kunde mehr dafür." Bei Diana ist das bisher nicht so.

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