Aktien langjährig eine gute Geldanlage

Kommentar

Durch die Kurseinbrüche an den Börsen gehen den Anlegern riesige Beträge verloren. Das bleibt nicht ohne Folgen für den Konsum - und schädigt damit die Gesamtwirtschaft. Wenn allein den deutschen Telekom-Kleinaktionären gegenüber dem Höchststand des Papiers im Frühjahr 2000 nun 35 Milliarden Euro fehlen, dann macht dies so viel aus wie eine Erhöhung der Mehrwertsteuer von 16 auf 20 Prozent. Allerdings ist eine solche Rechnung immer nur eine Momentaufnahme. Denn zunächst existieren die Verluste nur auf dem Papier, direkte Auswirkungen auf den Geldbeutel haben sie noch nicht - solange man die Aktien behält. Aus diesem Grund sollten Anleger nie Geld in Aktien stecken, das sie schon in absehbarer Zeit für andere Zwecke brauchen. Man muss abwarten können. Nur auf längere Sicht kann man hinreichend sicher davon ausgehen, dass der Wert der Aktien nicht sinkt, sondern stärker steigt als bei praktisch risikolosen Geldanlagen mit einer Verzinsung von vielleicht vier Prozent. Auch wenn dies fast schon vergessen ist: Über die vergangenen 30 Jahre war an der Börse eine durchschnittliche Rendite von mehr als zehn Prozent pro Jahr drin. Doch zum Beispiel für die Anleger, die im Juni 2000 beim dritten Börsengang der Telekom den Werbesprüchen von Konzernchef Ron Sommer und Hans Eichel glaubten und 65 Euro für die T-Aktie bezahlten, ist das angesichts eines aktuellen Kurses von rund elf Euro derzeit wohl nur ein schwacher Trost.