Sarotti-Mohr wird Schweizer

Köln/Zürich. Das Kölner Traditionsunternehmen Stollwerck geht in Schweizer Hände. Der Schokoladenkonzern Barry Callebaut wird das bis vor einem Jahr von Firmenpatriarch Hans Imhoff geleitete Unternehmen für 175 Millionen Euro übernehmen und damit seine Position in Deutschland ausbauen. Stollwerck ist vor allem in der mittleren Preisklasse vertreten. Zu seinen Marken zählen Sarotti mit dem schwarzen Mohren als Zeichen sowie Gubor, Sprengel und Alpia. Der Kauf umfasst zunächst die Übernahme von 96 Prozent der von der Imhoff Industrie Holding und der Imhoff-Stiftung gehaltenen Stollwerck-Aktien. Die freien Aktionäre der Stollwerck AG erhalten ein Pflichtangebot. Ein Teil des Kaufpreises will der Schweizer Konzern, zu dem Marken wie Van Houten, Bendorp und Carma gehören, mit eigenen Aktien bezahlen. Über einen Stellenabbau nach dem Kauf von Stollwerck lasse sich derzeit noch nichts sagen, hieß es am Freitag aus Zürich. Beide Unternehmen erzielen zusammen einen Umsatz von 2,3 Milliarden Euro. Der Anteil von Stollwerck lag 2000 bei 0,72 Milliarden Euro. Der bald 81 Jahre alte Imhoff gilt als einer der letzten deutschen Fabrikanten "aus Leidenschaft" und einer der letzten großen originellen Unternehmer der Nachkriegszeit. 1922 in Köln geboren, gründete er unmittelbar nach dem Krieg sein erstes Unternehmen, eine Lebensmittelgroßhandlung an der Mosel. Später folgte die Imhoff Schokoladen- und Pralinenfabrik. Der große Durchbruch gelang ihm 1971 mit der Übernahme von Stollwerck - damals ein Unternehmen, das tief in den roten Zahlen steckte. Privat engagiert ist Imhoff, der auch Konsul der Republik Togo, mehrfacher Ehrendoktor und Ehrenbürger der Stadt Köln ist, in dem vor einigen Jahren von ihm selbst gegründeten Schokoladenmuseum in der Domstadt.

( ap )

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