Der neue Billigflieger

Luftfahrt: Am 1. Juni startet Germania Express mit Flügen ab 77 Euro - ab Oktober auch in Hamburg. Berlin/Hamburg dpa/

Der Luftraum für die Billigflieger wird immer enger: Mit ihrer neuen Tochter Germania Express (Gexx) steigt nun auch die Fluggesellschaft Germania in das Geschäft mit den preiswerten Flügen ein. Von Berlin-Tegel aus will Gexx vom 1. Juni an zunächst elf Ziele in Deutschland und Europa anfliegen. In Hamburg will die Billiglinie im Oktober mit mehreren Jets an den Start gehen, schon im August soll München hinzukommen, sagte Geschäftsführer Jürgen Branse am Mittwoch in Berlin. Im Unterschied zu Wettbewerbern lockt Gexx nicht mit Schnäppchenpreisen für Frühbucher, sondern bietet alle Plätze zum Festpreis an: Auf Inlandsflügen nach München, Frankfurt und Stuttgart kostet die einfache Strecke bei Online-Buchung 77 Euro einschließlich Steuern und Gebühren. Der gleiche Preis gilt für Flüge nach Palma de Mallorca, Nizza, Wien und Zürich. Auf Auslandsstrecken ist der teuerste Flug nach Istanbul für 99 Euro zu haben, für 88 Euro geht es unter anderem nach Rom und Ibiza. Bei Buchungen per Telefon oder im Reisebüro kommen fünf Euro pro Strecke hinzu. Als Flugzeug setzt die Gesellschaft zunächst fünf Maschinen vom Typ Fokker 100 ein, die Germania billig aus Beständen der Fluggesellschaft US Airways gekauft hat und die jeweils Platz für 100 Passagiere bieten. Bis Jahresende soll die Flotte auf 17 Maschinen erweitert werden. Im ersten Rumpfgeschäftsjahr strebe man mit 500 000 verkauften Flügen einen Umsatz von 40 Millionen Euro an, sagte Branse. 2004 sollen es schon 200 Millionen Euro sein. Zu den Gewinnerwartungen wollte Germania-Besitzer Heinrich Bischoff nichts sagen. Bisher flog Germania vor allem Urlaubsgäste für große Reisekonzerne, doch für das Sommergeschäft 2003 habe der langjährige Partner TUI erstmals keine Aufträge an Germania vergeben, hieß es. Derzeit verfügt die Airline über 39 Flugzeuge, die überwiegend an andere Gesellschaften verleast sind - auch an den Billigflug-Konkurrenten Hapag Lloyd Express, eine Tochter der TUI. Diesen Konzern kennt Jürgen Branse gut: Er war bis November 2002 Chef des zur TUI AG gehörenden Reiseveranstalters 1-2-FLY. Im neuen Job steht Branse nach Ansicht von Branchenkennern vor einer herausfordernden Aufgabe: Auf dem deutschen Billigflugmarkt ist Gexx der sechste Anbieter neben Air Berlin, Germanwings, Hapag-Lloyd Express, Ryanair und der Deutschen BA. (dpa/v.m.)