Experten sagen Sterben von Kliniken voraus

Stuttgart. Die Wirtschaftskrise und die sinkenden Steuereinnahmen werden einer Studie zufolge das Krankenhaussterben in Deutschland beschleunigen. Die Zahl der Schließungen, Fusionen und Verkäufe von Kliniken werde deutlich steigen, erklärte die Beratungsgesellschaft Ernst & Young auf Grundlage einer Studie zur Zukunft der Krankenhäuser. Ein Grund dafür sind demnach die wegbrechenden Steuereinnahmen der Kommunen, die deshalb immer weniger die Defizite der kommunalen Kliniken ausgleichen können. Ernst & Young befragte für die Untersuchung 300 Krankenhausmanager und 1500 Verbraucher.

Die Kosten im Krankenhausbereich stiegen laut der Beratungsgesellschaft seit dem Jahr 2000 um mehr als 20 Prozent. Mehr als 80 Prozent der Krankenhausmanager erwarteten einen weiteren Anstieg der Personal- und Sachkosten in den kommenden zwei Jahren. Hinzu kommen der Studie zufolge Ausfälle an Krankenkassenbeiträgen durch Arbeitslosigkeit oder Kurzarbeit. Vor allem wirken sich demnach aber Steuerausfälle bei Ländern und Kommunen aus. Die Wirtschaftskrise führe dazu, dass die Kommunen vielfach die Defizite der öffentlichen Krankenhäuser nicht mehr ausgleichen.

81 Prozent der befragten Krankenhausmanager bezeichnen zudem den Konkurrenzdruck als hoch oder sehr hoch, 77 Prozent erwarten eine weitere Intensivierung des Wettbewerbs. Programme zur Kostensenkung spielen bei 84 Prozent der Krankenhäuser eine große bis sehr große Rolle. Mehr als jedes dritte Krankenhaus (39 Prozent) will die Zahl der Beschäftigten in Pflege oder Verwaltung reduzieren.