Los Angeles. Von „Solo für O.N.C.E.L.“ bis „Navy CIS“ - Generationen von Fernsehzuschauern haben David McCallum geliebt. Mitte der 1960er soll er mehr Fanpost ins Filmstudio bekommen haben als Elvis Presley.

Wer in den 1970er und 1980ern seine Kindheit vor dem Fernseher verbracht hat, erinnert sich an David McCallum mit einer Mischung von Faszination und Grusel. In der TV-Serie „Der Unsichtbare“ war er das Wissenschaftsgenie Dr. Daniel Westin.

Westin hatte die Formel gefunden, durchsichtig zu sein. Wenn er Schurken bekämpfte, ging er zum Beispiel hinter ein Gebüsch, zog sich aus und streifte die Gummihautmaske vom Kopf, die dann eklig am Boden liegen blieb.

Sieben Jahrzehnte erfolgreich

David McCallum hatte keine Berührungsängste zu seltsamen Rollen und verlieh ihnen immer Glaubwürdigkeit und Würde. Deswegen hielt seine Karriere wohl auch über unfassbare sieben Jahrzehnte - bis hin zur Serie „Navy CIS“. Nun ist der Schauspieler mit 90 gestorben.

Die Rolle des Eton-Absolventen und Gerichtsmediziners Dr. Dr. h. c. Donald „Ducky“ Horatio Mallard aus „Navy CIS“ dürfte heute die größte Bekanntheit haben. „Ducky“ redet mit den Toten auf dem Seziertisch und hat immer eine passende Story aus seiner langen Karriere parat.

Diese Rolle war McCallum auf den Leib geschrieben. Sein Sohn Peter McCallum schrieb in der Todesmitteilung, sein Vater sei von Wissenschaft und von Kultur begeistert gewesen. Er konnte sowohl ein Orchester dirigieren als auch eine Autopsie vornehmen, dank seiner jahrzehntelangen Studien für „Navy CIS“, hieß es im Nachruf.

Das ist sein Lebenslauf

McCallum wurde 1933 als Sohn eines Geigers und einer Cellistin in Glasgow geboren. Vom Musikstudium schwenkte er später auf Schauspiel um. Nach Theaterauftritten in England zog er in den 1960er Jahren in die USA, wo er mit der Krimiserie „Solo für O.N.C.E.L.“ in der Rolle des russischen Agenten Illya Kuryakin einen enormen Erfolg hatte.

Mit blondem Seitenscheitel und Milchgesicht wurde der junge Mann ein internationales Sex-Symbol. Eine Hollywood-Legende besagt, dass McCallum zu der Zeit mehr Fanpost ins Studio bekam als jeder andere Metro-Goldwyn-Mayer-Star vor ihm. Inklusive Clark Gable. Und Elvis Presley.

Der gebürtige Schotte spielte auch in mehreren Filmen mit, darunter in „Die Verdammten der Meere“ (1962), „Gesprengte Ketten“ (1963), „Die größte Geschichte aller Zeiten“ (1965) und „Ständig in Angst“ (1970).

Der fünffache Vater McCallum war von 1957 bis 1967 mit der britischen Schauspielerin Jill Ireland verheiratet, die kurz nach der Scheidung Hollywoodstar Charles Bronson heiratete. Auch McCallum ging schnell eine neue Ehe ein. Mit Katherine Carpenter war er bis zu seinem Tod 56 Jahre lang verheiratet. Am Montag (Ortszeit) sei er im Beisein seiner Familie in einem New Yorker Krankenhaus friedlich gestorben, teilte der Sender CBS mit.