Rückblick

Boris Becker: Insolvenzverfahren war schwierigste Zeit

Boris Becker hat in der letzten Zeit einiges durchgemacht.

Boris Becker hat in der letzten Zeit einiges durchgemacht.

Foto: dpa

"Ich bin und war immer zahlungsfähig": Sagt Boris Becker über seine finanzielle Situation.

Berlin. Boris Becker (51) hat das Insolvenzverfahren gegen ihn als "die schwierigste Zeit" seines Lebens bezeichnet. "Ich möchte meinem schlimmsten Feind nicht wünschen, was ich in den letzten zwei Jahren erlebt habe", sagte der Ex-Tennisstar der "Bild am Sonntag".

"Vielleicht war es aber auch für mein Leben notwendig, weil reinigend. Ich habe doch einige Fehler in der Vergangenheit gemacht." Becker unterstrich: "Ich bin und war immer zahlungsfähig." Er gebe aber 52 Prozent seiner Einkünfte an den Insolvenzverwalter ab. Dieses Verfahren laufe maximal noch 18 Monate. "Nachdem die Bank jetzt bezahlt ist, habe ich die Zügel wieder in der Hand und kann das Verfahren sogar früher abschließen." Es seien jetzt noch Forderungen diverser Gläubiger von unter einer Million Euro offen.

Becker sagte, er habe drei Optionen. Entweder warte er die verbleibenden 18 Monate und gebe weiter 52 Prozent seiner Einnahmen ab. Oder er zahle die gesamte Summe auf einen Schlag. Die dritte Variante sei eine Einigung mit den verbleibenden Gläubigern. "Wenn ich mich einige, würde das Verfahren vollständig und sofort annulliert werden. Und das ist in der Tat in diesem Jahr möglich. Dann hätte der Insolvenzverwalter seinen Wimbledon-Sieg und ich auch gewonnen."

Er sei nie pleite gewesen, so Becker. "Ich verfüge über Einkommen und kann davon leben. Ich kann mir ein Flugticket und einen Oktoberfest-Besuch leisten", sagte der dreimalige Wimbledongewinner, der heute als TV-Experte arbeitet. Er unterstütze alle seine Kinder. "Sie besuchen gute Schulen und Universitäten, das ist alles nicht billig."

Auf einen Porsche oder eine S-Klasse könne er leicht verzichten. "Der Mensch Boris Becker fragt sich heute sehr oft: Brauche ich das überhaupt? Die Antwort ist in vielen Dingen "Nein". Aber ich gebe zu: Der Weg von der Economy- in die Business-Klasse ist leicht, der Weg zurück schwerer."