Wanzen

Die Feinde in meinem Bett

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Claudia Sewig

Foto: picture-alliance / OKAPIA KG, Ge / picture-alliance / OKAPIA KG, Ge/Okapia

Sie saugen sich nicht nur etwas aus den Fingern. Die Wanzen sind zurück in deutschen Schlafzimmern.

Ein Saugen am großen Zeh, mitten in der Nacht. "Nicht jetzt, Schatz, ich muss morgen früh raus ..." wäre als Reaktion a) nur in sehr schlaftrunkenem Zustand erklärlich oder b) einzig und allein einem völlig selbstlosen Insektenfreak zuzutrauen - dann, wenn sich der Schatz als sechsbeinig, behaart und im vollgesogenen Zustand als neun Millimeter groß entpuppt. Der Feind im Bett ist zurück: Cimex lectularius , die gemeine Bettwanze.

Einige Experten munkeln, die fiesen Blutsauger hätten "First we take Manhattan" von Leonard Cohen gepfiffen, als sie vor vielen Jahren über New York herfielen. "Mit wem hast du die Nacht verbracht?" - "Fünf Wanzen, drei Schaben und einer Ratte" ist im morgendlichen Big-Apple-Büroplausch eine ähnlich gängige Phrase wie in Hamburg die Frage "Ist wer zurückgetreten?". Doch jetzt spricht der Deutsche Schädlingsbekämpfer-Verband von einer "starken, sinuskurvenartigen Zunahme" auch in Deutschland.

Na, herzlichen Glückwunsch. Bettwanzen braucht man ähnlich wenig in seiner Bettstatt wie eine schlecht gelaunte Anakonda oder einen gut gelaunten Volksmusikanten. Da hilft es wenig, dass die Insekten keine Krankheiten übertragen, sehr lange von einer einzigen Blutmahlzeit zehren und "definitiv kein Zeichen für mangelnde Hygiene sind", wie Experten betonen. Wen interessiert das, bitte? Ihre Stiche jucken bestialisch, die bloße Vorstellung ihrer Anwesenheit löst Hyperventilation aus, und an einen geruhsamen Schlaf - geschweige denn an ein amouröses Abenteuer ("Bist du sicher, dass das nicht ansteckend ist?") - ist nicht zu denken.

Also: Trockeneis bunkern oder die Wohnung auf 55 Grad erhitzen (soll beides die Wanzen vertreiben) - und schön durchzählen, wie viele Beine unter der Decke liegen. Wenn es sechs zu viel sind, könnten Sie ein Problem haben.