Berlin. Das Theater am Rosa-Luxemburg-Platz gab am Montagabend bekannt, dass der seit 2021 amtierende Intendant gestorben ist.

Erschütternde Nachricht aus der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz: „Mit Entsetzen und in tiefer Trauer geben wir bekannt, dass der Autor und Regisseur René Pollesch heute Morgen, am 26. Februar 2024, im Alter von 61 Jahren plötzlich und unerwartet gestorben ist“, heißt es in einer am Montagabend versendeten Mitteilung. Erst am 12. Februar hatte seine zusammen mit Fabian Hinrichs erarbeitete Inszenierung „Ja nichts ist ok“an der Volksbühne Premiere gefeiert. René Pollesch hatte das Theater seit 2021 geleitet.

Der 1962 in Hessen geborene Pollesch war einer der prägenden Dramatiker und Regisseure des deutschsprachigen Theaters. Er studierte von 1983-1989 am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft der Universität Gießen und arbeitete dort früh mit Heiner Müller, George Tabori und Robert Wilson zusammen. Nach einer Phase der Arbeitslosigkeit führten ihn Stationen seiner Laufbahn unter anderem an das Theater am Turm in Frankfurt am Main, das Luzerner Theater, das Stuttgarter Akademie Schloss Solitude und das Deutsche Schauspielhaus Hamburg.

Für das Berliner Publikum wurde seine Leitungszeit des Praters, der kleinen Spielstätte der Volksbühne (2001-2007), mit ihrer anarchischen Experimentierlust unvergesslich. 2002 wurde er in der Kritikerumfrage der Zeitschrift „Theater heute“ für seine „Prater-Trilogie“ zum besten deutschen Dramatiker gewählt. 2012 wurde er als Mitglied der Sektion „Darstellende Kunst“ in die Akademie der Künste aufgenommen. 2019 übernahm er die Intendanz der Volksbühne.

Pollesch war ein rastlos schreibender Dramatiker, der seine Stücke fast ausnahmslos selbst inszenierte. Die Zahl seiner Produktionen wurde zuletzt auf 200 geschätzt. Sie verbanden hellsichtige Gegenwartsdiagnostik mit philosophischen Exkursen und einem oft zündenden Humor.