Reality-TV

Homophobe Aussagen auf Sat.1: Sender erntet Shitstorm

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aju/dpa
Film "Nomadland" räumt bei Bafta-Awards ab

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Mit vier Auszeichnungen hat das Sozialdrama "Nomadland" der chinesischen Regisseurin Chloé Zhao bei den britischen Bafta-Awards abgeräumt. Der Film ist damit großer Favorit bei der Oscar-Verleihung.

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In der Sat.1-Show „Promis unter Palmen“ gibt Prinz Marcus von Anhalt schwulenfeindliche Sprüche von sich. Der Sender rechtfertigt sich.

Berlin. Am Montagabend startete bei Sat.1 die zweite Staffel der Reality-Show „Promis unter Palmen“ und erntete prompt in den sozialen Netzwerken einen Sturm der Entrüstung. Grund dafür waren vor allem die unangebrachten Äußerungen eines Kandidaten.

Schwulenfeindliche und sexistische Beleidigungen

Marcus Prinz von Anhalt (54), früherer Bordellbesitzer und gegen Geld adoptierter Sohn von Prinz Frédéric von Anhalt, brachte seine homophobe Gesinnung zum Ausdruck, indem er seine Show-Kollegin, Drag-Queen Katy Bähm (28), beleidigte. Er bezeichnete den Travestiekünstler, der mit echtem Namen Burak Bildik heißt, als „Schwuchtel“. Weiterhin nannte Prinz von Anhalt schwule Zärtlichkeiten „eklig“ und würdigte gleichgeschlechtlichen Sex herab.

Damit war aber noch lange nicht Schluss. Der selbst ernannte Prinz beleidigte außerdem eine weitere Kandidatin: die Reality-TV-Darstellerin Patricia Blanco (50). Er mobbte sie wegen ihres Gewichts und äußerte sich abfällig gegen Übergewichtige. Zudem beleidigte er auch mehrere seiner Ex-Partnerinnen.

Am nächsten Tag kam der Proll-Prinz auf Katy Bähm zu und entschuldigte sich halbherzig bei ihr. „Sorry für mein Verhalten gestern. Aber ich bin wie ich bin, ich kann mich nicht ändern. Wenn ich betrunken bin, multipliziert sich das mit der Unendlichkeit“, lautete seine Begründung. Er betonte, dass er schwule Freunde habe, die aber vor ihm auch nicht rumknutschen würden. „Ich finde das eklig“, legte der Möchtegern-Royal nach.

Wegen seiner Äußerungen erntete nicht nur der Adoptiv-Prinz einen Shitstorm, sondern auch Sat.1. Viele Zuschauer warfen dem Sender vor, nicht rechtzeitig eingeschritten zu sein. Außerdem hinterfragten sie, warum solchen Äußerungen überhaupt Sendezeit eingeräumt werde.

Sat.1. rechtfertigt sich auf Twitter

„Wir verstehen eure Entrüstung. Wir haben das lange diskutiert, aber es ist auch ein wichtiges Thema, das nicht verschwiegen werden darf - wie Katy selbst sagt“, rechtfertigte sich Sat.1 bei Twitter und zitierte Katy Bähm: „Wir brauchen diese Aufklärung auf dieser Welt. Deswegen ist es auch real, was hier passiert ist. Das ist das, was die Community Tag für Tag erlebt. Wenn es dafür sorgt, dass draußen ein klein bisschen eine bessere Welt herrscht, bin ich happy.“

Bei „Promis unter Palmen“ geht es darum, dass C-Prominente in einer Villa in Thailand zusammen wohnen und gegeneinander antreten. Sie wählen nach und nach Bewohner raus. Die ganze Sendung ist längst fertig und wurde vor Wochen aufgezeichnet. (aju/dpa)