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Pikante Details aus dem Leben von Karl Lagerfeld enthüllt

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Das war Karl Lagerfeld

Das war Karl Lagerfeld
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Ex-Leibwächter Sébastien Jondeau schildert sein Leben mit dem Hamburger. Im Hofstaat buhlten Männermodels um die Gunst des Modezaren.

Paris. 
  • 2019 ist Deutschlands wohl bekanntester Modeschöpfer Karl Lagerfeld gestorben
  • Um sein Privatleben rankten sich bereits zu seinen Lebzeiten viele Geheimnisse - sogar um sein tatsächliches Alter gab es immer wieder unterschiedliche Angaben
  • Nun enthüllt ein neues Buch pikante Details

Karl Lagerfeld liebte diese Auftritte. Von seiner Villa in Ramatuelle ließ er sich im Lamborghini nach Saint-Tropez chauffieren. Dann flanierte Kaiser Karl mit seinem Hofstaat über die Hafenpromenade, das Volk gaffte und filmte mit dem Handy.

Zu seiner Linken der jünglingshafte, leicht androgyne Baptiste Giabiconi, sein Lieblingsmodel und seine Muse. Zur Rechten der kernige Sébastien Jondeau, sein erster Bodyguard und Mann für alles.

Den Bildern solcher Ausflüge ist nicht anzusehen, dass es innerhalb des Gefolges Rivalitäten und Intrigen gab wie einst am Hof von Versailles. Die schönen jungen Männer buhlten um Lagerfelds Gunst, berichtet Jondeau in seinem gerade in Frankreich erschienenen Buch „Ça va, cher Karl?“ Dort gibt er einen Einblick in den Kosmos Karl. Lesen Sie hier: Neue Biografie gibt Einblicke ins Liebesleben von Lagerfeld

Lagerfeld spielte seine Männer gegeneinander aus

Der Modedesi­gner war demnach ein Mann, der seine Macht genoss und die Männer gern gegeneinander ausspielte. Der heute 44-jährige Jondeau ist gebürtiger Pariser, aber er wuchs weit entfernt von der glitzernden Modewelt in den berüchtigten Banlieues auf. Er war Boxer und schuftete im Umzugsunternehmen seines Onkels.

Irgendwann aber soll er für Lagerfeld Schränke aus dem 18. Jahrhundert von einem Wohnsitz zum anderen schleppen. Der Designer gibt allen Möbelpackern 500 Franc (rund 80 Euro) Trinkgeld. Jondeau nimmt seinen Mut zusammen und fragt ihn, ob er als Bodyguard anheuern kann.

20 Jahre bleibt er an Lagerfelds Seite und wird auch als Model eingesetzt. Als der 85-Jährige im Fe­bruar 2019 in einem Krankenhaus in Paris sein Leben aushaucht, hält Jondeau seine Hand. „Was nützen einem drei Rolls-Royce, wenn man in so einem armseligen Zimmer stirbt?“, sollen die letzten Worte der Modelegende gewesen sein.

Lagerfeld verschenkte wertvollen Schmuck

2008 engagiert Lagerfeld dann den blutjungen Franzosen Baptiste Giabiconi (heute 31) als Chanel-Model. Er habe sich in Lagerfelds inneren Kreis „hineingeschoben“, so sieht Jondeau es. Überhaupt findet er keine guten Worte für den Neuzugang: „Er redete schlecht über andere und benahm sich schlecht.“

Gern lässt Giabiconi sich eine wertvolle Uhr, ein Familienerbstück, schenken. Er selbst macht seinem Gönner aber zum Geburtstag nicht einmal ein symbolisches Geschenk. Und noch ein Model schafft es ganz nach vorn: der Amerikaner Brad Kroenig (heute 41). Auch interessant: Fünf Geheimnisse aus dem Leben von Karl Lagerfeld

Neues Buch: „Karl liebte es, die Jungs gegeneinander aufzustacheln“

Jondeau schreibt über ihn: „Ich habe den Eindruck, dass er selbstbezogen ist, er will kein Geld ausgeben und er ist sehr launisch zu den Menschen, mit denen er arbeitet.“ Beim Essen mit Lagerfeld habe er immer das Teuerste bestellt.

Auch das britische Model Jake Davies (heute 41) rückt vor. „Du musst verstehen, mit Jake, Brad und Baptiste, das ist etwas anderes als mit dir. Du und ich, wir arbeiten zusammen“, soll Lagerfeld Jondeau beruhigt haben. Wahrscheinlich hörten die anderen Ähnliches: „Karl liebte es, die Jungs gegeneinander aufzustacheln.“

Designer Karl Lagerfeld verwöhnte sein Patenkind übermäßig

Schließlich ziehen sogar noch ein Kind und eine Katze Aufmerksamkeit ab. Kroenigs Sohn Hudson wird Lagerfelds Patenkind und „verwöhnt, überbehütet und überbeschützt“, wie Jondeau schreibt. „Hudson war elf, als Lagerfeld aus seinem Leben verschwand. Das war wahrscheinlich sein Glück.“ Mehr zum Thema: Was passiert mit dem Millionenerbe von Karl Lagerfeld?

Auch den Wirbel um Choupette (heute 9) sieht Jondeau skeptisch. Amerikanische PR-Profis bauen Lagerfelds verehrte Birma-Katze zum Insta­gram-Star auf. Für Jondeaus Geschmack wurde dadurch das Privatleben seines Chefs zu sehr einsehbar.

Wie sein Förderer wohl auf sein Buch zu sprechen gewesen wäre, wurde er gefragt. Jondeaus Antwort: „Er wäre böse auf mich.“

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