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Robert Koch-Institut

Reproduktionszahl steigt über kritischen Wert von eins

Coronavirus: Darum ist die Reproduktionszahl so wichtig

Beim Coronavirus ist oft von der Reproduktionsrate oder einem Reproduktionswert die Rede. Was ist das und was sagt es aus? Unser Video erklärt es.

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Zuletzt stieg die Reproduktionszahl nach längerer Zeit an. Wie hoch ist der 7-Tage-R-Wert? Die aktuellen RKI-Fallzahlen und Kennzahlen.

Berlin. 
  • Die Reproduktionszahl, auch R-Wert genannt, lag am 30. Mai um 0 Uhr bei 1,03. Am Dienstag betrug der Wert 0,68 – ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu den letzten Tagen also
  • Der 7-Tage-R-Wert liegt momentan bei schätzungsweise 0,95 (Stand 30. Mai). Er bildet das Infektionsgeschehen vor etwa einer bis etwas mehr als zwei Wochen ab
  • Bayern ist Vorreiter bei den Corona-Infektionen pro 100.000 Einwohner: Hier kommen auf 100.000 Menschen 367 Corona-Infizierte (Stand 31. Mai)
  • Die Zahl der Menschen, die sich seit Beginn der Pandemie in Deutschland mit dem Coronavirus infiziert haben, liegt laut RKI bei 181.196, das sind 286 Personen mehr als am Vortag (Stand 31. Mai)
  • Insgesamt 8489 Menschen sind in Deutschland am Coronavirus verstorben, das sind 39 Tote mehr als am Vortag
  • Im Gegenzug sind schätzungsweise 165.200 Menschen genesen, 300 mehr als am 30. Mai
  • Das RKI veröffentlicht mehrmals täglich aktuelle Zahlen zur Lage in der Corona-Pandemie in Deutschland – ein Überblick

181.482 Menschen haben sich laut Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) seit Beginn der Pandemie mit dem Coronavirus infiziert (Stand 31. Mai). 8500 Personen sind an dem Virus verstorben – 11 mehr als am Vortag. Die aktuelle Reproduktionszahl liegt bei 1,03.

Was ist die Reproduktionszahl und wie wird sie berechnet?

Die sogenannte Reproduktionszahl, auch R-Wert genannt, ist ein wichtiges Instrument zur Einschätzung der Infektionsrate. Die Reproduktionszahl gibt an, wie viele Menschen ein Infizierter während seiner Erkrankung mit dem Erreger ansteckt.

Hintergrund: So wird die Reproduktionszahl berechnet.

Momentan liegt der R-Wert bei 1,03 (Stand 30. Mai). Damit ist die Reproduktionszahl höher als an den Tagen zuvor. Damit ist die Zahl knapp über der kritischen Grenze – das Robert Koch-Institut hatte angegeben, dass der Wert idealerweise unter 1 liegen sollte, damit sich die Zahl der Neuinfektionen verringert. Ein Wert von 1,03 bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa eine weitere Personen ansteckt.

Eine weitere Kennzahl des RKI ist der 7-Tage-R-Wert. Er vergleicht den 7-Tages-Mittelwert der Neuerkrankungen eines Tages mit dem 7-Tages-Mittelwert vier Tage zuvor. So soll das Infektionsgeschehen vor etwa einer bis etwas mehr als zwei Wochen abgebildet werden. Derzeit liegt der 7-Tage-R-Wert bei 0,95 (Stand 30. Mai).

Wieder gesund: Laut RKI schätzungsweise 165.200 Personen

Nach Angaben des RKI haben in Deutschland rund 165.200 Menschen die Infektion überstanden. Wie für andere Länder rechnen Experten aber auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

Im Unterschied zum RKI meldet die amerikanische Johns-Hopkins-Universität (JHU) fortlaufend neue Fallzahlen: Demnach haben sich in der Bundesrepublik mittlerweile 183.189 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Die JHU zählt am 31. Mai zudem 8530 Corona-Tote in Deutschland – am Tag zuvor waren es noch 8504. Laut JHU lag die Zahl der Genesenen bei 164.908. Lesen Sie hier: RKI-Fallzahlen - Unterschiede zu den Corona-Daten der Johns-Hopkins-Universität.

Die Unterschiede zwischen der Datenlage des RKI und der JHU ergibt sich daraus, dass das deutsche Institut nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt. Zudem aktualisiert die Behörde seine Aufstellung nur einmal täglich.

RKI-Fallzahlen pro Bundesland

Die Uhrzeit, wann die Bundesländer neue Tagesstände übermitteln, variiert von Land zu Land. Unter Umständen gibt es dabei sogar an den verschiedenen Tagen Schwankungen. Lesen Sie hier: Alle aktuellen Nachrichten im Coronavirus-Newsticker.

Für die einzelnen Bundesländer übermittelte das RKI die folgenden Zahlen (nachgewiesene Infektionen, Stand 31. Mai):

  • Baden-Württemberg: 34.718*
  • Bayern: 46.917
  • Berlin: 6.800
  • Brandenburg: 3.271
  • Bremen: 1.398*
  • Hamburg: 5.087
  • Hessen: 10.033
  • Mecklenburg-Vorpommern: 761
  • Niedersachsen: 11.992
  • Nordrhein-Westfalen: 38.000
  • Rheinland-Pfalz: 6.694
  • Saarland: 2.724
  • Sachsen: 5.304
  • Sachsen-Anhalt: 1.705
  • Schleswig-Holstein: 3.094
  • Thüringen: 2.984

*Aus Baden-Württemberg und Bremen wurden gestern keine Daten an das RKI übermittelt.

Alle wichtigen Zahlen finden Sie in unserem Coronavirus-Monitor.

RKI-Chef wehrt sich gegen Kritik

Mit der zunehmenden medialen Präsenz des Robert Koch-Instituts häufte sich auch die Kritik an den Aussagen und Empfehlungen der RKI-Experten. RKI-Präsident Lothar Wieler betonte: „Bislang habe ich nichts erkannt, wo wir richtig große Fehler gemacht haben.“ Man wisse inzwischen mehr über das Coronavirus als noch vor vier Monaten und müsse „hier und dort“ Ansichten ändern.

Damit ging Wieler auch auf die Kritik ein, dass die Maskenpflicht recht spät eingeführt wurde und das Institut am Anfang der Pandemie noch dagegen war. „Die Bedeutung der Maske ist mit dem zunehmenden Wissen über diese Infektionskrankheit und über dieses Virus auch gewachsen“, erklärte Wieler. Lesen Sie hier: Lockerung der Corona-Maßnahmen in Deutschland – diese Regeln gelten in ihrem Bundesland.

RKI-Vizepräsident Lars Schaade hatte angekündigt, die Briefings nur noch anlassbezogen zu veranstalten. Per Verteiler und auf der RKI-Webseite würden weiterhin Informationen bereitgestellt. „Wir stehen natürlich auch weiter für Presseanfragen zur Verfügung“, hatte Schaade gesagt. Sollten die Fallzahlen wieder steigen, könne es auch wieder Briefings geben.

Hier finden Sie die wichtigsten Informationen zur Coronavirus-Krise: