Coronavirus

Vom Arzt zum Medienstar: Das ist Virologe Christian Drosten

Das ist der Coronavirus-Experte Christian Drosten

Der Virologe Christian Drosten hat damals schon SARS mit entdeckt. Nun ist er der führende Experte für das neuartige Coronavirus. Von der Berliner Charité aus berät er Politiker und klärt die Bürger auf.

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Deutschland hört auf Christian Drosten: Der Charité-Virologe ist derzeit der gefragteste Experte in Sachen Coronavirus. Ein Porträt.

Berlin. Dunkle Locken, ernste Miene: Seit dem Ausbruch des Coronavirus in Deutschland kennt fast jeder Christian Drosten. Der Virologe der Berliner Charité ist vom Arzt zum Medienstar avanciert: Für den NDR klärt er täglich in einem Podcast über das Coronavirus auf, in Pressekonferenzen berichtet er an der Seite von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und in Talkshows wie „Maybrit Illner“ ist er gerade der interessanteste Gast. Wie aber hat es der 47-Jährige zu DEM Viren-Experten Deutschlands geschafft? Ein Kurzporträt.

Christian Drosten ist 47 Jahre alt. Er wuchs auf einem Bauernhof im Emsland auf. In Dortmund und Münster studierte er Chemietechnik und Biologie, später noch Humanmedizin in Frankfurt am Main. Später arbeitete er am Institut für Tropenmedizin am Bernhard-Nocht-Institut in Hamburg. Dort etablierte er ein Forschungsprogramm zur molekularen Diagnostik tropischer Viruskrankheiten. Lesen Sie hier: Deshalb droht Christian Drosten mit Rückzug.

2003 war Drosten einer der Entdecker des Sars-Virus. Zusammen mit einem anderen Forscher gelang ihm die Entwicklung eines diagnostisches Tests auf das Virus. Schon in seiner Habilitation an der Universität Frankfurt hatte er sich mit Nachweistests befasst. Seine Erkenntnisse zu Sars gab er damals schnell über das Internet bekannt und ließ andere daran teilhaben. Von 2007 bis 2017 war er Leiter der Virologie in Bonn, seit 2017 arbeitet er an der Charité in Berlin. Drosten wurde bereits mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. Christian Drosten erklärt: Darum wird Corona immer harmloser

Lesen Sie hier: Corona: Christian Drosten sieht weiter „Unsicherheiten“ - und warnt

Die wichtigsten Aussagen von Drosten über den Kampf gegen das Coronavirus – eine Übersicht:

• „Wir haben hier eine Naturkatastrophe, die in Zeitlupe abläuft.“

• „Deutschland hat gegenüber Italien einen Vorsprung von vier bis sechs Wochen.“ Mehr zur Corona-Krise in Italien lesen Sie hier.

• Er prognostziert, dass es ein Maximum von Fällen in der Zeit von Juni bis August geben wird.

Unnötige Veranstaltungen sollen abgesagt werden, der finanzielle Schaden „irgendwie aufgefangen“ werden.

• Familien sollten sich derzeit vor allem Gedanken um ältere Mitglieder machen. Kinder sollten für einige Zeit nicht zu den Großeltern geschickt werden, da ältere Menschen zur Risikogruppe gehören. Wie man ältere Menschen darüber hinaus schützt, lesen Sie hier.

• Den Besuch einer Kneipe soll man sich überlegen – ein Treffen mit Freunden könne auch in die eigenen vier Wände verlagert werden. Er empfiehlt, Getränke nur aus Flaschen zu trinken. Unzureichend gespülte Gläser könnten das Virus auch übertragen. Auch Angela Merkel hatte jüngst appelliert, man solle den Sozialkontakt reduzieren.

• Noch muss nicht jeder von heute auf morgen zu Hause bleiben. „Wir haben jetzt im Moment in Deutschland noch nicht eine so hohe Infektionsdichte, dass man überall hinter jeder Ecke den nächsten Infizierten vermuten muss“.

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Hamsterkäufe hält er für Unsinn. Dazu gebe es zurzeit keinen Anlass. Man könne weiterhin in den Supermarkt gehen. Auch Ökonomen halten Hamsterkäufe für eine Gefahr.

• Was die Quarantäne für medizinisches Personal angeht, ermpiehlt er eine Lockerung: Wenn wir das gesamte medizinische Personal, das mit Infizierten Kontakt hatte, in Quarantäne schicken, bricht die medizinische Versorgung für die Bevölkerung zusammen.“ (jb)

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