Attacke

Serengeti-Park: Video zeigt Angriff von Nashorn auf Auto

Ein Breitmaulnashorn im Serengeti-Park bei Hodenhagen. (Archivbild)

Ein Breitmaulnashorn im Serengeti-Park bei Hodenhagen. (Archivbild)

Foto: imago stock&people

Im Serengeti-Park hat ein Nashorn das Auto einer Pflegerin so heftig gerammt, dass es sich überschlug. Die Frau konnte sich retten.

Hodenhagen. Völlig unvermittelt ist im Serengeti-Park bei Hodenhagen in Niedersachsen ein wütender Nashornbulle auf das Auto einer Pflegerin losgegangen. In einem Video eines Besuchers ist die Attacke zu sehen – immer wieder rammt das kräftige Tier das Auto, immer wieder überschlägt sich dieses.

Insgesamt führten die Kollisionen zwischen dem 30 Jahre alten Bullen Kusini um den Kleinwagen zu drei Überschlägen. Der Wagen der Pflegerin wurde dadurch massiv beschädigt.

Die Frau konnte sich in ein Auto von Kollegen retten, die ihr zu Hilfe kamen. Bis auf blaue Flecke sei sie nicht verletzt worden, sagte Park-Geschäftsführer Fabrizio Sepe am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.

Angesichts der Videoszenen bittet der Park um Entschuldigung, dass Besucher den Angriff miterleben mussten. Das Tier wird den Park wohl verlassen müssen.

Serengeti-Park: Nashornbulle Kusini wird noch eingewöhnt

Es sei unklar, was den tonnenschweren Nashornbullen am Montagabend so in Wut versetzt habe, so Sepe weiter. „Den Besuchern hätte nichts passieren können.“ Der Park teilte am Mittwoch mit, dass zu dem Zeitpunkt des Angriffs keine Privat-Pkw mehr in dem Park unterwegs waren.

Jedoch hätte eine Gruppe Besucher den Vorfall aus einem Geländewagen des Parks mitverfolgt. Auch der Besucher, der das Video gedreht hat, war auf einem parkeigenen Jeep durch das Gelände gefahren. Dafür bitten die Betreiber in ihrer Mitteilung nun um Entschuldigung.

Den Angaben des Parks nach lebt das Breitmaulnashorn Kusini seit anderthalb Jahren im Safaripark und wird noch eingewöhnt. Er dürfe nur morgens und abends in das Gelände, wenn dort parkeigene Fahrzeuge unterwegs seien, aber keine Besucher mit ihren eigenen Wagen.

Nashorn soll nun an einen Zoo übergeben werden

Kusini sei ein „ganz wertvolles Tier“ und hätte im Park zur Zucht eingesetzt werden sollen, sagte der Geschäftsführer. Die Pflegerin, die angegriffen wurde, habe seit längerem mit Nashörnern zusammengearbeitet. Sie werde auch noch zu dem Vorfall befragt, jedoch stehe erstmal ihre Erholung im Vordergrund.

Das sei aber wohl nicht tauglich für einen Safaripark und solle an einen Zoo abgegeben werden. Der Park betont, dass er nur Tiere halte, die für Mitarbeiter und Besucher zu keiner Zeit eine Gefahr darstellen könnten. Bis eine neue Heimat gefunden sei, werde das Tier in einem gesonderten Gehege untergebracht.

Im Mai wurde in dem Serengeti-Park ein Tierpfleger verletzt, der aus Versehen in ein Gehege mit zwei Löwen geraten war. Wie es zu der gefährlichen Löwen-Attacke im Serengeti-Park kam.

Ein Drama anderer Art ereignete sich Anfang August im Zoo Leipzig, eine Löwen-Mutter hatte ihre eigenen Babys gefressen.

(dpa/cho)