Klagemauer

Holocaust-Überlebende feiert Geburtstag mit 400 Nachkommen

Vor der Klagemauer in Jerusalem trafen sich rund 400 Nachkommen der Holocaust-Überlebenden Schoschana Ovitz zur Geburtstagsfeier.

Vor der Klagemauer in Jerusalem trafen sich rund 400 Nachkommen der Holocaust-Überlebenden Schoschana Ovitz zur Geburtstagsfeier.

Foto: Screenshot Twitter Botschaft Israel

Schoschana Ovitz überlebte Auschwitz. Zu ihrem 104. Geburtstag ging nun ein besonderer Wunsch der Holocaust-Überlebenden in Erfüllung.

Jerusalem. Sie hat eine dramatische Lebensgeschichte und wollte zu ihrem 104. Geburtstag ein Zeichen setzen: Die Auschwitz-Überlebende Schoschana Ovitz beging das Fest mit rund 400 Nachkommen, die sie zur Klagemauer in Israel einlud.

Schoschana Ovitz habe den Holocaust überlebt, sei danach nach Israel gezogen und habe vier Kinder bekommen, schrieb die israelische Botschaft in Berlin am Donnerstag bei Twitter. Sie habe zwar erst in wenigen Tagen Geburtstag, aber schon vorher gefeiert. „Als Geschenk wünschte sie sich, dass ihre 400 Kinder, Enkel, Urenkel und Ururenkel mit ihr zur Klagemauer nach Jerusalem gehen. Fast alle sind gekommen.“

Das riesige Familientreffen sei sehr schwer zu organisieren gewesen, weil viele der Nachfahren im Ausland lebten, schrieb die israelische Nachrichtenseite Walla am Mittwoch. Die Zusammenkunft habe vor allem den Triumph der Überlebenden über die Nazis symbolisiert.

Holocaust-Überlebende feiert mit 400 Nachkommen – „Es war sehr bewegend“

Ovitz überlebte nach Medienberichten das Vernichtungslager Auschwitz. KZ-Arzt Josef Mengele habe ihre Mutter bei einer Selektion vor ihren Augen in den Tod geschickt. Nach dem Krieg habe Ovitz auf der Suche nach überlebenden Verwandten ihren Cousin getroffen.

Er habe im Holocaust seine erste Frau und vier Kinder verloren. Beide hätten geheiratet, in einem Flüchtlingslager in Österreich sei dann ihr erstes gemeinsames Kind zur Welt gekommen. Später emigrierte das Paar nach Israel und zog in der Küstenstadt Haifa seine vier Kinder auf.

Die in Belgien lebende älteste Enkelin, Panini Friedman, sagte der Nachrichtenseite: „Erst während der Feier haben wir begriffen, wie bedeutsam sie ist. Wir hatten alle Tränen in den Augen. Es war sehr bewegend.“

In Hildesheim wurde vor kurzem der 96-jährige frühere SS-Mann Karl M. wegen Volksverhetzung angeklagt. (dpa/les)