Puerto Rico

Kind von Kreuzfahrtschiff gefallen – Vorwürfe gegen Reederei

Ein Kreuzfahrtschiff im Hafen von Puerto Rico – ein Kind ist von einem der Schiffe gestürzt (Symbolbild).

Ein Kreuzfahrtschiff im Hafen von Puerto Rico – ein Kind ist von einem der Schiffe gestürzt (Symbolbild).

Foto: via www.imago-images.de / imago images / Danita Delimont

Ein Opa wollte mit seiner Enkelin auf einem Kreuzfahrtschiff spielen. Sie stürzte. Die Kollegen des Vaters erweisen die letzte Ehre.

Berlin.. Für sie kann die Zeit der Trauer, des Abschieds beginnen – die Familie des kleinen Mädchens, das in Puerto Rico von einem Kreuzfahrtschiff gefallen und durch den Aufschlag auf dem Boden des Hafens gestorben ist, ist zurück in der Heimat. Das Unglück auf der „Freedom of Seas“ berührte Millionen.

„Die vielen guten Wünsche und Gebete haben der Familie einen Hauch der Hoffnung in dieser schwierigen Zeit gegeben, sagte der Anwalt Michael Winkleman der Nachrichtenagentur „AP“. Gleichzeitig gab er an, dass die Familie froh sei, aus Puerto Rico abgereist zu sein. Wegen der Untersuchungen war die Leiche des Kindes noch nicht freigegeben.

Der Anwalt will die Reederei zur Verantwortung gezogen sehen – es sei nicht möglich, dass ein Fenster auf einem Schiff einfach so geöffnet werden können.

Wie Winkleman, sagte habe das Kind es geliebt, gegen Fensterscheiben zu klopfen. So habe sie das auch an der Glaswand gemacht, bis sie an einem offenen Fenster vorbeikam und plötzlich nach unten fiel. Der Anwalt will die Reederei dafür zur Verantwortung ziehen, dass es kein Hinweisschild oder eine andere Warnung gab. Der Opa des Mädchens hatte nicht bemerkt, dass das Fenster offen war.

Kind fällt von Kreuzfahrtschiff und stirbt – Das Wichtigste in Kürze:

  • Das Kind habe gegen die Fenster der Glaswand geschlagen, als sie plötzlich ein Fenster offen war
  • Der Großvater wurde panisch, als das Kind nach unten fiel
  • Eine Polizeieskorte erwies dem toten Kind die letzte Ehre
  • Ob alle Familienmitglieder zurück in die USA reisten, ist unbekannt
  • Der Großvater wurde vernommen
  • Die Polizei prüft auch eine mögliche Schuld der Reederei
  • Der Anwalt der Familie richtet schwere Vorwürfe gegen sie
  • Grund dafür sind offene Fenster in einer Glaswand
  • Das Kind stürzte am Sonntag 45 Meter in die Tiefe - vom 11. Stock des Kreuzfahrtschiffes

Die Meldung vom 12. Juli: Gemeinsam mit den Großeltern will eine junge Familie aus dem US-Bundesstaat Indiana in den Urlaub aufbrechen – mit dem Kreuzfahrtschiff „Freedom of the Seas“. Beim Spielen mit seinem Opa stürzt das Kind plötzlich nach hinten, fällt 45 Meter in die Tiefe, prallt auf dem Boden am Anleger in Puerto Rico und stirbt an seinen Verletzungen.

Nachdem die Familie tagelang in Puerto Rico ausharren musste, konnte sie am Donnerstag endlich den Flieger in die Heimat besteigen. Mit dabei war auch die Leiche ihrer erst einjährigen Tochter. Die Familie hatte wegen bürokratischen Hürden noch so lange warten müssen. Wie „El Vocero“ berichtet, habe der Großvater Panik bekommen, nachdem das Kind aus dem Fenster fiel. Er habe zu schreien angefangen, sei vor Schock hysterisch geworden.

Nach einem Zwischenstopp in Florida, flog sie weiter nach Chicago. Von dort wurde sie mit einer Polizeieskorte begleitet. Das berichtet die „Washington Post“. Warum, ist nicht bekannt. Vermutlich wollten die Kollegen des Vaters seinem Tod die letzte Ehre erweisen.

Unklar ist, ob alle Verwandten die Heimreise angetreten haben. Die Familie hatte gemeinsam mit den Großeltern eine Kreuzfahrt auf der „Freedom of the Seas“ machen wollen. Für die Reederei könnte es derweil Konsequenzen geben. Staatsanwälte haben inzwischen die Großeltern vernommen. Ob auch die Eltern vernommen worden seien, ist unklar.

Winkleman teilte mit, dass die Familie über die Heimreise erleichtert sei. Zu Hause angekommen, wolle sie die Beerdigung und die Trauerfeier für ihr totes Kind organisieren. „Die grenzenlosen Gedanken und Gebete, die sie erhalten haben, waren ein Hoffnungsschimmer in dieser schwierigen Zeit“, teilte der Anwalt mit.

Vorwürfe gegen Royal Caribbean Cruises

Nach wie vor ermittelt die Polizei in dem Fall. Behördenangaben zufolge rückt jetzt auch die Reederei selbst in den Fokus der Ermittlungen, was auch an den Aussagen des Anwalts liegen dürfte, der dem Unternehmen Royal Caribbean Cruises wegen eines angeblich geöffneten Fensters in einer Fensterwand schwere Vorwürfe gemacht hatte.

Wie die „Washington Post“ berichtet, sagte einer der Ermittler, dass der tragische Todesfall des Kindes aus vielen Blickwinkeln betrachtet werden. Dabei werde auch eine mögliche Fahrlässigkeit der Reederei überprüft. „Das ist Teil der Ermittlungen“, sagte Elmer Román. Es sei normal in solchen Fällen weitere Optionen bei der Klärung der Schuldfrage mit einzubeziehen.

Nachricht vom 11. Juli 2019: Noch immer ist unklar, wie es zu dem Unfall kommen konnte. In ersten Berichten hieß es, dass der Opa das Kind aus dem Fenster hielt, woraufhin es ihm durch seine Hände glitt und in die Tiefe stürzte. Diese Theorie wurde von der Polizei umgehend dementiert. Sie stellte klar: Das Kind wurde keinesfalls aus dem Fenster gehalten. Der genaue Unfallhergang müsse erst untersucht werden, teilte die Polizei von Puerto Rico mit.

Dort hatte das Kreuzfahrtschiff angelegt, um anschließend zu einer siebentägigen Kreuzfahrt aufzubrechen. Doch schon am ersten Tag kommt es mit dem Sturz des Kindes aus dem 11. Stock zur Tragödie. Die Polizei teilte am Mittwoch mit, weiter in dem Fall zu ermitteln. Allerdings halten die Beamten weiter an der Theorie fest, dass es sich um einen Unfall handelte.

Das sieht der Anwalt der Familie, Michael Winkleman, anders. Denn er widerspricht deutlich der Darstellung der Polizei, dass das Kind dem Opa aus den Händen fiel. Diese Version hatte die Polizei von Puerto Rico noch am Montag verbreitet. Aufschluss darüber werden wohl auch die Bilder der Überwachungskamera geben.

Er richtet schwere Vorwürfe an die Reederei: Der Großvater habe einfach nicht bemerkt, dass an der Stelle der Fensterwand, wo er mit dem Kind spielte, kein Glas war. „Ihr Großvater dachte, es gäbe Glas wie überall sonst, aber das gab es nicht, und sie war sofort weg.“ Aufschluss darüber werden wohl auch die Bilder der Überwachungskamera geben.

„Wieso gab es kein Schild?“

„Wieso gab es kein Schild oder keinen anderen Hinweis auf diese Gefahr?“ Er kündigte an, alles in seiner Macht stehende für die Familie zu tun und die Reederei Royal Caribbean Cruises zur Rechenschaft zu ziehen.

Nach dem tragischen Unglück will die Familie mehreren Medienberichten zufolge endlich die Heimreise in die USA anzutreten. Dabei hofft sie auch, die Leiche ihres beim Unglück zu Tode gekommenen Kindes mitzunehmen.

Allerdings hätten die Behörden in Puerto Rico, einem Außengebiet der USA, noch nicht alle bürokratische Fragen geklärt. Das sagte der Anwalt der Familie, Michael Winkleman. „Ihr einziges Ziel jetzt, ist nach Hause zu kommen und die Beerdigung zu organisieren.“

Nachdem eine Vernehmung der Familie in den vergangenen Tagen nicht möglich war, konnte die Polizei am Mittwoch zunächst den Vater des getöteten Kindes und dann auch alle anderen Familienmitglieder vernehmen.

Die Familie sei am Boden zerstört, sagt der Anwalt. „Es waren schreckliche 72 Stunden in Puerto Rico und sie wollen nur noch so schnell wie möglich nach Hause kommen, damit sie als Familie trauern können.“

Nachricht vom 10. Juli 2019: Die Leiche des Kindes soll obduziert werden. Die Polizei ermittelt weiter, stuft den Vorfall aber als Unfall ein. Der Anwalt der Familie, Michael Winkleman, erhebt dagegen schwere Vorwürfe und will die Reederei zur Rechenschaft ziehen: Das Kind habe nur gegen das Glas geklopft und sei danach in die Tiefe gefallen.

Die Reederei kündigte bereits an, die Ermittlungen der Polizei unterstützen zu wollen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt könne man aber keine weiteren Informationen zum Unglücksfall herausgeben.

Die Eltern sind weiter geschockt und nicht vernehmungsfähig. Medienberichten zufolge hätten die Passagiere die Schreie der Mutter gehört, als ihr Kind elf Stockwerke in die Tiefe stürzte. Wie es zu dem Unfall kommen konnte, steht jetzt im Zentrum der Ermittlungen der Polizei. Dabei müssen die Ermittler auch die Frage klären, warum das Kind überhaupt aus einem geöffneten Fenster stürzen konnte.

Diese Frage beschäftigt auch den Anwalt. Winkleman glaubt daran, der Reederei Royal Caribbean Cruises die Schuld nachweisen zu können. Er erzählte NBC News am Dienstag, dass das Kleinkind es geliebt habe, durch Fensterscheiben zu schauen.

Warum gab es kein Hinweisschild auf dem Kreuzfahrtschiff?

Der Großvater habe das Kind deshalb auf ein Geländer gesetzt, habe aber nicht gewusst, dass das Fenster dahinter geöffnet gewesen sei. „Warum sollte man ein Fenster einer Fensterwand in einem Bereich für Kinder offen lassen?“ Das Kind verlor das Gleichgewicht, stürzte in die Tiefe.

Das 18 Monate alte Kind war aus einem geöffneten Fenster im Essensraum des Schiffs auf den Boden des Anlegers gestürzt. Ärzte konnten nichts mehr für das Kind tun. Es starb wenig später im Krankenhaus.

Nachricht vom 9. Juli 2019: Das eineinhalbjährige Mädchen habe im 11. Stock des Schiffs mit seinem Großvater an einem Fenster gespielt, als es den Halt verlor und abstürzte, sagte der Minister für öffentliche Sicherheit von Puerto Rico, Elmer Román, am Montag der Zeitung „El Nuevo Día“.

Die Familie des Kindes stamme aus den USA und werde psychologisch betreut. Sie steht nach wie vor unter Schock und kann nicht von der Polizei befragt werden. Die Ermittlungsbehörden widersprechen Medienberichten. Ein Behördensprecher sprach von einer „bedauerlichen und tragischen Szene“.

Inzwischen sind weitere Details bekannt des Unfalls bekannt geworden. Die Geschehnisse vor dem Sturz werden damit ebenfalls etwas klarer: So dementierte die Polizei deutlich, dass das Kind aus dem Fenster gehalten worden sei. So habe der Großvater das Kind auf die Fensterkante gesetzt. Dort habe es sein Gleichgewicht verloren und sei insgesamt elf Stockwerke nach unten gefallen, wie „CBS News“ berichtet

Wie „CBS News“ berichtet, handele es sich bei dem toten Kind um die Tochter eines Polizisten. Die Polizei rief dazu auf, für ihn und seine Familie zu beten und ihre Privatsphäre zu respektieren. Bei ihr sitze der Schock und die Trauer über das tragische Unglück noch immer tief: Die Ermittler habe deshalb die Familie noch immer nicht befragen können, heißt es weiter.

Bis die Ermittlungen abgeschlossen sind, bleibt die Familie auf US-Territorium. Laut Polizei war das 18 Monate alte Kind mit seinen zwei Eltern zwei Geschwistern und den Großeltern am Bord des Kreuzfahrtschiffes. Auch bei der Reederei löste das Unglück großes Entsetzen und Trauer aus. „Unsere Gedanken sind bei der Familie“, heißt es in einem von der Reederei verbreiteten Statement.

Das Kreuzfahrtschiff sollte am Sonntag mit 3600 Passagieren zu einer sieben tägigen Reise aufbrechen.

Dramatisches Video- Kreuzfahrtschiff gerät in Hurrikan

Nachricht vom 8. Juli 2019: Es sollte ein Familienausflug sein, viele neue Erinnerungen für eine Familie aus Indiana in den USA. Die Reise mit dem Kreuzfahrtschiff „Freedom of the Seas“ endete jedoch mit einem Trauma für sie: Das jüngste Familienmitglied, ein 18 Monate altes Mädchen, kam durch ein Unglück zu Tode. Es stürzte vom Kreuzfahrtschiff etwa 45 Meter in die Tiefe.

Der genaue Unfallhergang ist nicht klar: So gibt es unterschiedliche Berichte darüber, ob das Kind selbst aus einem Fenster stürzte oder ob es aus den Händen seines Opas fiel. So berichtet „Elvocero“, der Opa habe seine Enkelin aus dem Fenster gehalten, woraufhin es ihm durch die Hände geglitten sei – inzwischen haben allerdings amerikanische Medien berichtet, die Polizei habe dem widersprochen, es sei nicht aus einem Fenster gefallen.

Das Kind sei demnach auf den Bürgersteig am Anleger gefallen. Es handelt sich um die Tochter eines amerikanischen Polizisten.

Unterwegs war das Mädchen mit seinen Eltern, beiden Großeltern-Paaren und zwei Geschwistern – alle erhielten laut den ermittelenden Behörden umgehend psychologische Betreuung. Das Schiff ist zurück im Normalbetrieb, wie eine Sprecherin „CBS Néws“ bestätigte.

Kreuzfahrtschiff legte in Puerto Rico an

Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen eingeleitet und hofft dabei, auch auf die Aufnahmen der Überwachungskamera zurückgreifen zu können. Zudem sollen auch Augenzeugen befragt werden. Die Reederei kündigte bereits an, die Ermittlungen der Polizei zu unterstützen.

Wo kam es zu dem Unglück? Das riesige Schiff hatte im Hafen von San Juan in Puerto Rico (gehört zu den Vereinigten Staaten, ist aber kein eigener Staat) angelegt. Ein absolutes Traumziel für viele, in der Regel legen in der Saison gleich mehrere der Touristentanker an, die Menschen fluten die malerische Altstadt.

Das ist das umweltfreundlichste Kreuzfahrtschiff der Welt, und das sind die dreckigsten

So hatte das offenbar auch die Familie des Mädchens geplant. Bis es zur Tragödie kam. Laut des Lokal-Portals „Primera Hora“ war das Kind 45 Meter tief gestürzt, offenbar dem Opa entglitten sein. Es stürzte ab.

Kind stürzte von Kreuzfahrtschiff 45 Meter in die Tiefe

Die harte Landung auf dem Hafenboden – für den kleinen Körper zu viel. Das Mädchen wurde zwar sofort ins Krankenhaus gebracht. Aber die Mediziner konnten nur noch den Tod feststellen. 4000 Menschen waren an Bord, es war die letzte Station einer siebentägigen Fahrt.

Elmer Román von der Ermittlungsbehörde sagt, dass offenbar ein „Akt des Spielens“ zu dem Unfall führte. Es werde ermittelt, wie es dazu kommen konnte, auch sollen eventuelle Videoaufnahmen aus Überwachungskameras beschafft werden. „Es war bisher nicht möglich, mit der Familie zu sprechen“, sagte er Sonntag kurz nach dem Vorfall „Primera Hora“.

Hier schrammt ein Kreuzfahrtschiff am Pier von Venedig vorbei

Tragödien auf Schiffen – immer wieder Unglücke

Immer wieder kommt es zu dramatischen Unfällen im Zusammenhang mit Kreuzfahrten. Im Seegebiet Skagerrak ist eine deutsche Passagierin von einem Kreuzfahrtschiff gestürzt – trotz Rettungsmanöver war sie tot. Anfang Juli waren zwei Menschen von einem Boot in die Ostsee gestürzt. Sie bleiben vermisst.

Der Massentourismus mit Schiffen lässt inzwischen immer häufiger Städte und Strände kollabieren. Wie schnell es eng werden kann in einem Hafen, zeigt ein Video von einem Beinahe-Unfall mit einem der Schiffe in Venedig. Ein Experte warnt: Viele Schiffe haben gar nicht genug Rettungsboote. (ses)