Krankheit

Kita-Kind (3) stirbt – Tod des Mädchens gibt Rätsel auf

In Dresden stirbt eine Dreijährige. Der Verdacht fällt auf Hirnhautentzündung.

In Dresden stirbt eine Dreijährige. Der Verdacht fällt auf Hirnhautentzündung.

Foto: Rainer Jensen / dpa

Eine dreijähriges Kita-Kind ist in Dresden aus bisher ungeklärter Ursache gestorben. Der Verdacht: bakterielle Hirnhautentzündung.

Dresden.  Dieser Tod gibt Rätsel auf: In Dresden ist ein dreijähriges Kindergarten-Kind gestorben. Zunächst stand die Vermutung im Raum, dass Kind sei an den Folgen einer Meningokokken-Infektion gestorben. Doch ein Test darauf habe keinen endgültigen Beweis gegeben, weshalb die genaue Ursache für die bakterielle Hirnhautentzündung weiter unklar ist.

Am vergangenen Freitag besuchte das Mädchen noch die Kita, am Montag kam es ins Krankenhaus, kurz darauf war das Kind tot. An der Tür wurde ein Schild angebracht, um Eltern über den Tod des Kindes zu informieren. Sie werden gebeten, bei Anzeichen für eine Grippe sofort den Arzt aufzusuchen.

Kita-Kind stirbt: Gruppe wird mit Antibiotika behandelt

Ärztliche Untersuchungen hätten zwar bisher keinen verlässlichen Hinweis auf die sogenannte Meningokokken-Meningitis ergeben, sagte eine Stadtsprecherin. Eine Infektion könne dennoch nicht ausgeschlossen werden.

Vorsichtshalber werden alle Kinder der Kita-Gruppe mit Antibiotika nun behandelt, sagte der Leiter des städtischen Gesundheitsamtes. „Zwei Tage müssen die 37 Krippenkinder entweder Saft oder Dragees einnehmen“, sagte er. Zudem werde die Prophylaxe auf Wunsch allen 150 Kindern und 24 Erziehern angeboten.

Kita-Kind stirbt – Das Wichtigste in Kürze:

  • In Dresden ist ein dreijähriges Mädchen gestorben
  • Noch aus ungeklärter Ursache ist das Kind gestorben
  • Ein Test auf Meningokokken gab keinen verlässlichen Hinweis

Hirnhautentzündung: Was sind Symptome einer Infektion?

Meningokokken sind Bakterien, die unter anderem Hirnhautentzündung auslösen können.

Symptome sind:

  • starke Kopfschmerzen,
  • hohes Fieber,
  • Schüttelfrost,
  • Schwindel,
  • Nackensteifigkeit und
  • schwerstes Krankheitsgefühl.

Laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung sind Meningokokken-Erkrankungen aber relativ selten. Die Fachleute gehen davon aus, dass es in Deutschland jedes Jahr etwa 700 Meningokokken-Erkrankungen gibt, etwa 210 Fälle gehen auf Meningokokken C zurück.

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Meist sind es Einzelfälle vor allem im Herbst und Winter. Bereits im November vergangenen Jahres erkrankte ein Mädchen einer Dresdner Kita an Hirnhautentzündung . Die Erkrankung tritt vor allem bei Kindern unter fünf Jahren oder bei Jugendlichen zwischen 15 und 19 Jahren auf.

Impfkommission empfiehlt Impfung gegen Meningokokken C

Wegen der hohen Sterblichkeit empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) allen Kindern im zweiten Lebensjahr eine einmalige Impfung gegen Meningokokken C.

Ältere Kinder und Jugendlichen bis zum 18. Geburtstag, die noch keine Impfung gegen Meningokokken C erhalten haben, wird empfohlen diese möglichst bald nachzuholen. Der Streit um Impfpflicht gilt vielen als Wohlstandsdebatte.

der streit um impfpflicht ist eine wohlstands-debatte • Hintergrund: Impfung, nein danke? Wie man mit Impfgegnern umgehen sollte

Neben der bakteriellen Meningitis, gibt es auch eine Krankheitsform, die durch Viren hervorgerufen wird, etwa durch den FSME-Virus, der durch Zecken oder Stechmücken übertragen werden kann. (dpa/vem)