Journalismus

So wollen die „Tagesthemen“ Lösungen für Probleme aufzeigen

Ingo Zamperoni und Caren Miosga moderieren im Wechsel die Tagesthemen.

Ingo Zamperoni und Caren Miosga moderieren im Wechsel die Tagesthemen.

Foto: Thomas Pritschet / NDR

Er nennt sich „Lösungsjournalismus“, und die „Tagesthemen“ wollen ihn ab Montag ausprobieren: „#lösungsfinder“ heißt die neue Serie.

Hamburg. Wie schafft man bezahlbaren Wohnraum? Wie lässt sich der Mangel an Hebammen lösen? Und wie kann man Schulabbrechern helfen? Solche Fragen wollen die „Tagesthemen“ künftig in einer eigenen Serie klären, wie der NDR mitteilt. Sie startet in den „Tagesthemen“ am Montag, 15. April, und heißt „#lösungsfinder“.

„Solutions Journalism“ – „Lösungsjournalismus“ – sei ein Trend aus den USA, eng verwandt mit „Constructive Journalism“. „Dabei geht es nicht darum, alles rosarot anzumalen, sondern zu zeigen: Hier ist ein Problem. So kann es gelöst werden. Und es braucht diese und jene Bedingung“, sagt Marcus Bornheim, Zweiter Chefredakteur von ARD-aktuell.

So soll „Lösungsjournalismus“ funktionieren

Der „Lösungsjournalismus“ befasst sich in der Regel mit sozialen Problemen, arbeitet die Ursache des Problems heraus und zeigt dann, wie damit umgegangen wird. Mit Hilfe von Belegen soll deutlich werden, ob die Lösungsansätze helfen – und wenn nicht, warum nicht.

Hinter dem Ansatz sehen Befürworter die Möglichkeit, Bürgerinnen und Bürgern nicht nur die Probleme in einer Gesellschaft deutlich zu machen, sondern ihnen zu vermitteln, dass die Lage verbessert oder auch gelöst werden kann.

„Tagesthemen“ wollen zu konstruktiveren Debatten animieren

Mit der neuen Serie will die „Tagesthemen“-Redaktion Zuschauerinnen und Zuschauer zur Diskussion über Lösungen animieren; die Erfahrung aus den USA zeige, dass viele Interesse daran hätten, Debatten konstruktiver zu führen und sich konkret mit Lösungsideen zu beschäftigen.

Hintergrund: Jan Hofer soll wohl an Ostern wieder um 20 Uhr in der „Tagesschau“

So will die „Tagesthemen“-Redaktion aus dem Abbilden der ritualisierten Debatten ausbrechen. „Wir wollen das ganze Bild zeigen, denn im Alltag unserer Zuschauerinnen und Zuschauer gibt es manchmal auch Probleme, die vielleicht auf der großen Bühne noch hitzig diskutiert werden, sich aber im Kleinen bereits auflösen lassen“, erklärt Bronheim.

Die Serie #lösungsfinder soll zunächst für zwei Wochen laufen. Dann will die Redaktion die Ergebnisse auswerten.

(moi)