Kult-Serie

Demo für „Lindenstraße“: „Wir sind alle Helgas Kinder“

Lindenstraßen-Aus: Drei Dinge, die man wissen muss

Lindenstraßen-Aus

Lindenstraßen-Aus: Drei Dinge, die man wissen muss

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Die „Lindenstraße“ in der ARD wird 2020 eingestellt. In Köln haben Fans von Helga Beimer für den Erhalt der Kult-Serie demonstriert.

Köln.  Auf ihren Plakaten steht „Wir sind alle Helgas Kinder“ oder „Sei kein Banause, lass Mutter Beimer ihr Zuhause“: Am Samstag haben Fans der ARD-Serie „Lindenstraße“ in Köln demonstriert.

Die Demonstranten spielen auf die Figur Helga „Mutter“ Beimer an, die seit Mitte der 1980er Jahre von Marie-Luise Marjan gespielt wird. Etwa 200 Fans der Serie waren auf die Kölner Domplatte gekommen, um dafür zu kämpfen, dass Mutter Beimer nicht von den Bildschirmen der Nation verschwindet.

Sie hielten Reden und lasen Gedichte vor. Einige von ihnen waren weit angereist, etwa aus München. In der bayerischen Landeshauptstadt spielt die Serie, wird aber in Köln gedreht. Viele der Teilnehmer schwenkten Schilder mit Aufschriften wie „Ein Sonntag ohne Lindenstraße? Nein!“ oder „Kult kennt keine Quote“.

Der Westdeutsche Rundfunk (WDR) will die seit 1985 laufende Serie im nächsten Jahr einstellen. Grund dafür seien die gesunkenen Einschaltquoten. Eine WDR-Sprecherin sagte: „Fest steht, dass die Zuschauerzahlen von Jahr zu Jahr abgenommen haben.“ Die Entscheidung der ARD, die Lindenstraße nach fast 35 Jahren nicht fortzuführen, sei in sorgfältiger Abwägung getroffen worden.

Sendung gehöre zum Kulturgut

Dagegen sagte der Mitinitiator der Demo, Jörg Albert Flöttl aus Nürnberg, die „Lindenstraße“ habe natürlich nicht mehr solche Quoten wie in den 80er Jahren, als es nur drei Programme gegeben habe, aber sie sei sonntags immer noch eine der erfolgreichsten ARD-Sendungen.

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„Die Serie wird nicht beworben, sie läuft am Vorabend, die Ausgaben sind nicht dramatisch hoch – von daher ist das alles nicht schlecht“, sagte Flöttl. Dazu komme, dass die „Lindenstraße“ mittlerweile zum deutschen Kulturgut gehöre und trotz ihres Unterhaltungscharakters immer wieder gesellschaftlich relevante Themen aufarbeite. (dpa/ac)