Ingolstadt

Zehn Verletzte durch Explosion auf Raffinerie-Gelände

Ingolstadt. Dichte Rauchschwaden ziehen Richtung Himmel, die Flammen sind schon von Weitem zu sehen, in der Luft liegt beißender Geruch: Bei einer Explosion und einem anschließenden Großbrand auf einem Raffinerie-Gelände im oberbayerischen Vohburg an der Donau sind nach Angaben der Polizei mindestens zehn Menschen verletzt worden, einer von ihnen schwer. Nach Angaben des Unternehmens Bayernoil, dem die Raffinerie gehört, mussten sogar 15 Menschen medizinisch versorgt werden, vier davon kamen ins Krankenhaus. Die Polizei geht von einem Schaden in Millionenhöhe aus.

Die Löscharbeiten gingen auch am Sonntag weiter, wie ein Polizeisprecher schilderte: Reststoffe in den Leitungen wurden kontrolliert abgebrannt.

Gegen 5.00 Uhr am Sonnabendmorgen knallte es – Anwohner schilderten, wie sie aus dem Schlaf geschreckt wurden. Bis zu 600 Einsatzkräfte kämpften stundenlang gegen die Flammen, wollten weitere Explosionen verhindern, kühlten Tanks in der Raffinerie.

Das Landratsamt Pfaffenhofen an der Ilm löste Katastrophenalarm aus, etwa 2000 Menschen in den angrenzenden Wohngebieten mussten vorsichtshalber ihre Häuser und Wohnungen verlassen. Im weiteren Umkreis sollten die Bewohner Fenster und Türen geschlossen halten. Am Sonnabendnachmittag dann die Entwarnung: Die Anwohner konnten zurück. Erste Messungen der Behörden ergaben, dass sich in den Rauchschwaden keine gesundheitsgefährdenden Stoffe befanden.

Das Ausmaß des Schadens ist immens: „Ganze Hauswände sind umgerissen worden“, sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) bei einem Besuch in Vohburg am Samstag. Auch die Bürogebäude auf dem Gelände wurden erheblich in Mitleidenschaft gezogen, beispielsweise begruben Mauerteile ein Auto unter sich. Gebäudeteile waren umhergeflogen. Auch in den umliegenden Orten verursachte die Druckwelle Schäden .

Die Ermittlungen zur Brandursache haben die Kripo Ingolstadt und Experten des Landeskriminalamtes (LKA) übernommen. Allerdings konnten die Fahnder bis Sonntag nicht zur Brandstelle selbst gelangen, da dort immer noch gelöscht wurde. Die Kripo habe bereits mit Befragungen begonnen.