WM 2018

Flitzer im WM-Finale: Pussy Riot beansprucht Aktion für sich

Sicherheitskräfte ziehen im WM-Finale zwischen Frankreich und Kroatien einen weiblichen Flitzer vom Spielfeld.

Sicherheitskräfte ziehen im WM-Finale zwischen Frankreich und Kroatien einen weiblichen Flitzer vom Spielfeld.

Foto: Martin Meissner / dpa

Zwischenfall im WM-Finale: Die Partie zwischen Frankreich und Kroatien musste kurzfristig gestoppt werden – wegen mehrerer Flitzer.

Moskau.  Vier Flitzer haben beim Finale der Fußball-WM zwischen Frankreich und Kroatien für eine kurze Unterbrechung gesorgt. Die russische Polit-Punk-Gruppe Pussy Riot ließ kurz danach über die sozialen Medien verlauten, die Frauen auf dem Spielfeld seien ihre Mitglieder gewesen.

„Vier Mitglieder von Pussy Riot im Finale der Fußball-WM“, schrieb die Gruppe bei Facebook. Dazu stellte sie eine Liste von Forderungen auf: Politische Gefangene sollten freigelassen werden, Festnahmen bei Kundgebungen sollten aufhören, das Land brauche mehr politischen Wettbewerb.

Flitzern drohen Geldstrafen oder gemeinnützige Arbeit

Die Moskauer Polizei beantragte Verwaltungsstrafen gegen die Flitzer. Ihnen werde vorgeworfen, gegen die Vorschriften für Zuschauer bei Sportveranstaltungen verstoßen und sich unrechtmäßig Uniformen beschafft zu haben, meldete die Agentur Interfax am späten Sonntagabend.

Die Höchststrafe für den Verstoß gegen die Regeln für Zuschauer liegt demnach bei einer Geldstrafe von 200.000 Rubel (etwa 2700 Euro) oder 160 Stunden gemeinnütziger Arbeit. Für das Beschaffen einer Uniform beträgt die Strafe dem Bericht zufolge zwischen 1000 und 1500 Rubel.

Schiedsrichter bemerkte Flitzer zunächst nicht

In der 53. Minute waren vier förmlich gekleidete Personen auf den Rasen des Moskauer Luschniki-Stadions gestürmt. Sie rannten beim Spielstand von 2:1 für Frankreich auf einige der Spieler zu, ehe sie von Ordnern eingefangen werden konnten.

Der argentinische Schiedsrichter Nestor Pitana schien die Flitzer im ersten Moment nicht zu bemerken, stoppte die Partie dann aber doch für kurze Zeit. Nachdem die Sicherheitskräfte die Störer vom Platz geführt hatten, wurde die Begegnung fortgesetzt.

(dpa/cho)