Berlin. Fronleichnam ist mehr als Prozession und Folklore. Wir erklären, was gefeiert wird und wo es ein Feiertag ist.

  • Am 30. Mai ist Fronleichnam
  • Der katholische Feiertag ist in einigen Bundesländern gesetzlich geschützt
  • Wichtige Hintergründe lesen Sie hier

Am 30. Mai feiern katholische Christen Fronleichnam. Fronleichnam gilt allerdings nicht überall als gesetzlicher Feiertag. Welche Bedeutung dieser Tag hat, wieso er immer donnerstags begangen wird und warum Martin Luther kein Fan war, erfahren Sie hier.

Wo feiert man Fronleichnam?

Als offizieller Feiertag gilt Fronleichnam in diesen Bundesländern:

  • Baden-Württemberg
  • Bayern
  • Hessen
  • Nordrhein-Westfalen
  • Rheinland-Pfalz
  • Saarland
  • In ausgewählten Gemeinden in Sachsen und Thüringen

Wann ist Fronleichnam?

Immer am 60. Tag nach Ostern, am Donnerstag nach dem Dreifaltigkeitsfest. Aufgrund der möglichen Termine für Ostern ist Fronleichnam also frühestens am 21. Mai und spätestens am 24. Juni. Für dieses und die nächsten Jahre sind das die Termine:

  • 30. Mai 2024
  • 19. Juni 2025
  • 04. Juni 2026

Warum wird Fronleichnam gefeiert?

Die Kirche erinnert sich an diesem Tag an die Einsetzung des sogenannten Altarsakramentes. In der Eucharistie feiern Katholiken die leibliche Gegenwart Jesu in Form von Brot und Wein.

Was ist die Bedeutung von Fronleichnam?

Das Wort „Fronleichnam“ stammt aus dem Mittelhochdeutschen und setzt sich aus „vron“ (Herr) und „licham“ (lebendiger Leib) zusammen. Die Einführung des Festes geht auf eine Vision der Augustinernonne Juliane von Lüttich (um 1191 bis 1258) zurück. Im Traum sah sie der Überlieferung zufolge den Mond, der einen sichtbaren dunklen Fleck aufwies. Sie deutete dies als Zeichen dafür, dass der Kirche ein Fest zu Ehren der Eucharistie fehle.

Seit wann wird Fronleichnam gefeiert?

Die Entstehung des Fronleichnamsfestes ist genau datiert: Der Überlieferung nach hatte eine junge Augustinernonne namens Juliana von Lüttich im Jahr 1209 eine Vision: Der Mond hatte einen Fleck – und dieser Fleck, so soll es Jesus ihr gesagt haben, sei das im Kirchenkalender noch fehlende Fest zur Verehrung des Altarsakraments.

Schon 1246 wurde Fronleichnam in Lüttich zum ersten Mal gefeiert. Papst Urban IV. erklärte Fronleichnam 1264 zum offiziellen kirchlichen Hochfest des Leibes und Blutes Christi.

Auch zu Fronleichnam 20231 ziehen Katholiken in Prozessionen durch Dörfer und Städte.
Auch zu Fronleichnam 20231 ziehen Katholiken in Prozessionen durch Dörfer und Städte. © mcbrugg/iStock

Warum war Luther gegen Fronleichnam?

Während der Reformation führte Fronleichnam zu einem heftigen Streit zwischen Katholiken und Reformatoren. Für Martin Luther war Fronleichnam das „allerschädlichste Jahresfest“. Da das Fest keine biblische Erwähnung findet, war es in den Augen der Reformationsanhänger eine Art Gotteslästerung. Der Streit ging so weit, dass protestantische Bauern ihren stinkenden Kuhmist extra zum Fronleichnamsfest auf die Felder streuten.

Was ist die Prozession an Fronleichnam?

Bei den oft aufwendig gestalteten Prozessionen handelt es sich um Umzüge durch die Gemeinde, die an den Gottesdienst anschließen. Der Geistliche der Gemeinde trägt die Monstranz mit der Hostie -- den symbolischen Leib Christi. Monstranz kommt vom lateinischen "monstrare", was zeigen bedeutet. Tatsächlich zeigen die Kirchen so auch ein bisschen, was sie haben. Denn die Monstranz ist kostbar, edel verziert, golden. An einigen Orten gibt es auch Fronleichnamsprozessionen zu Wasser.

Entlang des Prozessionsweges werden Straßen und Häuser festlich geschmückt. An manchen Orten kennt man die Tradition großer Blumenteppiche. Die Prozession macht Station an geschmückten Altären, wo aus den Evangelien vorgelesen, Fürbitte gehalten und mit dem eucharistischen Brot der Segen erteilt wird.

Wie feiern Bundesländer Fronleichnam, in denen der Tag kein Feiertag ist?

In den Ländern und Diözesen, in denen Fronleichnam kein Feiertag ist, werden Gottesdienst und die traditionelle Fronleichnamsprozession am darauffolgenden Sonntag gefeiert. (fmg)