Weltmeisterschaft

Bewerbung um Fußball-WM 2026: Trump droht Konkurrenten

US-Präsident Donald Trump bei einer Rede im Weißen Haus. Via Twitter drohte er Mitbewerbern um die Ausrichtung der Fußball-Weltmeisterschaft 2026.

US-Präsident Donald Trump bei einer Rede im Weißen Haus. Via Twitter drohte er Mitbewerbern um die Ausrichtung der Fußball-Weltmeisterschaft 2026.

Foto: JONATHAN ERNST / REUTERS

Wird die Abstimmung über den Gastgeber der WM 2026 zum Meinungsvotum über Trump? Der US-Präsident mischt sich mit einer Drohung ein.

Washington.  US-Präsident Donald Trump hat sich mit einer unverhohlenen Drohung an die Gegner der gemeinsamen Bewerbung von USA, Kanada und Mexiko ins Rennen um die Fußball-WM 2026 eingemischt.

Die amerikanische Dreier-Kandidatur sei „stark“, twitterte Trump am Freitag. „Es wäre eine Schande, wenn Länder, die wir immer unterstützen, sich gegen die US-Bewerbung einsetzen. Warum sollten wir diese Länder unterstützen, wenn sie uns nicht unterstützen (auch bei den Vereinten Nationen)?“

Die Weltmeisterschaft in acht Jahren wird beim Kongress des Weltverbandes FIFA am 13. Juni in Moskau vergeben. Marokko ist einziger Gegenkandidat der gemeinsamen Bewerbung der USA, Kanada und Mexiko.

DFB will unabhängig von Trumps Äußerungen votieren

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) will sein Votum nicht von derartigen politischen Äußerungen abhängig machen. Das Abstimmungsverhalten werde „kurzfristig im Lichte der Berichte der Task Force, die die Bewerbungen untersucht, getroffen“, sagte DFB-Präsident Reinhard Grindel am Freitag in Berlin zur Frage nach Trump.

„Der DFB wird seine Entscheidung ausschließlich nach sachlichen Kriterien treffen. Wir lassen uns von politischen Rahmenbedingungen nicht beeinflussen.“

Nach der Skandal-Wahl von Russland (2018) und Katar (2022) durch das damalige Exekutivkomitee wird der Gastgeber erstmals durch den Kongress gewählt. Marokko werden dabei trotz Skepsis an der notwendigen Infrastruktur aus politischen Gründen gute Chancen eingeräumt, die nötige Mehrheit von 104 der 207 Stimmen zu bekommen.

Die USA sind wegen der umstrittenen Politik von Präsident Trump nicht nur in arabischen Ländern keine WM-Option.

Infantino gilt als Unterstützer von USA, Mexiko und Kanada

Die FIFA teilte auf Anfrage mit, dass sie „konkrete Statements in Verbindung mit dem Bieterprozess nicht kommentieren“ könne. Weltverbandspräsident Gianni Infantino gilt als Unterstützer der Dreier-Kandidatur der USA mit Mexiko und Kanada, er hat allerdings keine Stimme. Bei der Vergabe gibt es auch die Möglichkeit, für keinen der beiden Anwärter zu votieren. (dpa)