Untersuchung

Studie: Heroin vom Dealer enthält nur neun Prozent Heroin

Eine Studie zeigt, dass Drogen wie Heroin in Deutschland stark gestreckt sind.

Eine Studie zeigt, dass Drogen wie Heroin in Deutschland stark gestreckt sind.

Foto: Boris Roessler / dpa

In Frankfurt am Main ist eine Studie zu Wirkstoffen von Drogen veröffentlicht worden. Das Ergebnis überrascht aber selbst die Experten.

Frankfurt/Main.  Wer in Deutschland Drogen bei einem Dealer kauft, bekommt vieles, aber kaum Drogen. Das geht aus einer nach Angaben der Stadt Frankfurt am Main bundesweit einmaligen Studie hervor, die am Montag vorgestellt worden ist.

Bei der Analyse von Drogenrückständen aus Frankfurter Konsumräumen wurden demnach durchschnittliche Heroingehalte von nur neun Prozent gemessen. Dieser Wert liegt weit unter dem bisher angenommenen Wert.

In Herion-Paketen findet sich oft Paracetamol

Die Deutsche Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht geht davon aus, dass der Wirkstoffgehalt von Heroin beim Konsum um die 20 Prozent liegt. Der Rest sind Begleitstoffe und Streckmittel, zum Beispiel Koffein oder Paracetamol.

Mitarbeiter der Räume, in denen sich Abhängige unter Aufsicht Drogen spritzen können, hatten im Auftrag des Drogenreferats Verpackungen und Spritzenfilter aufbewahrt. Aus den Anhaftungen wurden Proben gewonnen, die von Toxikologen des Instituts für Rechtsmedizin der Universität Freiburg analysiert wurden. Die häufigsten dort konsumierten Drogen waren Heroin und Kokain. (dpa)