Neutralitätsgesetz

Berliner Lehrerin muss Halskette mit Kreuz abnehmen

Eine Halskette mit Kreuz darf eine Lehrerin aus Berlin künftig nicht mehr tragen (Symbolfoto).

Eine Halskette mit Kreuz darf eine Lehrerin aus Berlin künftig nicht mehr tragen (Symbolfoto).

Foto: imago stock&people

Eine Berliner Lehrerin muss künftig auf ihre Kreuz-Halskette verzichten. Das religiöse Symbol verstößt gegen das Neutralitätsgesetz.

Berlin.  Eine Lehrerin aus Berlin darf ab sofort kein Kreuz mehr um den Hals tragen. Der evangelischen Christin, die an einer staatlichen Schule im Bezirk Wedding unterrichtet, wurde dies per Dienstanweisung untersagt, wie mehrere Medien mit Verweis auf die Nachrichtenagentur KNA berichten.

Jörg Antoine, Präsident der obersten Verwaltungsbehörde der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, hat die Entscheidung demnach bereits am Freitag bei der Synode der Kirche bestätigt. Hintergrund ist das Neutralitätsgesetz, das unter anderem Lehrkräften das Tragen religiös motivierter Kleidungs- und Schmuckstücke untersagt.

Kirchenfunktionär mahnte zu mehr Gelassenheit

Bisher hat das Gesetz vor allem in Bezug auf Kopftuchträgerinnen Schlagzeilen gemacht. Im Februar wurde einer Frau, die die muslimische Kopfbedeckung trug, eine Entschädigung zugesprochen. Sie hatte sich als Grundschullehrerin beworben. Da sie nach Ansicht des Gerichts bei der Jobsuche benachteiligt wurde, muss das Land ihr nun 8680 Euro Entschädigung zahlen, entschied ein Gericht.

Einige Experten halten das Neutralitätsgesetz für verfassungswidrig. Sie argumentieren, dass es dem Grundrecht auf Religionsfreiheit widerspreche. Im aktuellen Fall der christlichen Lehrerin mahnte Konsistorialpräsident Jörg Antoine zu mehr Gelassenheit. Auch der Berliner Bischof Markus Dröge sagte: „Wir setzen uns für die Freiheit ein, ein Kreuz zu tragen.“ Befürworter des Neutralitätsgesetzes befürchten eine religiöse Beeinflussung von Schülerinnen und Schülern. (BM)

Dieser Text ist zuerst auf morgenpost.de erschienen.