Strafanzeige

„Knöllchen-Horst“ scheitert mit Anzeigen gegen Kritiker

Als „Knöllchen-Horst“ wurde ein Frührentner aus Niedersachsen bekannt. Er hatte gegen Leute aus einem Internet-Chat geklagt.

Als „Knöllchen-Horst“ wurde ein Frührentner aus Niedersachsen bekannt. Er hatte gegen Leute aus einem Internet-Chat geklagt.

Foto: Mark Härtl / dpa

Seit 2006 hat „Knöllchen-Horst“ mehr als 50.000 Autofahrer angezeigt. Auch gegen Kritiker ging der Mann juristisch vor – ohne Erfolg.

Göttingen.  Ein als „Knöllchen-Horst“ bekannter Frührentner aus Niedersachsen ist mit einer Serie von Strafanzeigen wegen Beleidigung gescheitert. Man habe die 15 Verfahren aus verschiedenen Gründen eingestellt, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Göttingen am Montag. Mit seinen Einsprüchen dagegen bei der Oberstaatsanwaltschaft habe der Frührentner ebenfalls keinen Erfolg gehabt.

Laut Staatsanwaltschaft hatten sich zahlreiche Leute in einem geschlossenen Internet-Chat kritisch damit auseinandergesetzt, dass „Knöllchen-Horst“ fortlaufend vermeintliche Verkehrssünder anzeigt. Jemand habe dem Frührentner einen Ausdruck dieser Äußerungen in den Briefkasten gesteckt. Darauf habe der Mann Strafanzeigen gestellt.

Frührentner geht seit 2006 gegen Falschparker vor

„Knöllchen-Horst“, der seit 2006 mehr als 50.000 Autofahrer als Falschparker oder wegen anderer Vergehen angezeigt haben soll, hatte Ende 2016 auch beim Verwaltungsgericht Göttingen eine juristische Niederlage erlitten.

Das Gericht hatte eine Verfügung der niedersächsischen Datenschutzbeauftragten bestätigt, die „Knöllchen-Horst“ die Verwendung sogenannter Dashcams für die Jagd auf Verkehrssünder untersagt und die Löschung der datenschutzwidrig angefertigten Videoaufnahmen angeordnet hatte. Die Verfolgung von Verkehrsverstößen sei eine öffentliche Aufgabe, die Polizei und Ordnungsbehörden vorbehalten sei, begründete dies das Gericht. (dpa)