Heiligabend

13 kuriose Bräuche zu den Weihnachtstagen aus aller Welt

In Spanien bestimmt eine große Lotterie die Vorweihnachtszeit. Viele Spanier treffen sich gemeinsam zur alljährlichen Ziehung.

In Spanien bestimmt eine große Lotterie die Vorweihnachtszeit. Viele Spanier treffen sich gemeinsam zur alljährlichen Ziehung.

Foto: imago

Die Weihnachtstraditionen in Deutschland weisen nur kleine Unterschiede auf. In anderen Ländern sieht das anders aus.

Berlin.  Während viele Deutsch an Heiligabend in die Kirche gehen und danach die Geschenkübergabe machen, müssen vor allem die Kinder in anderen Ländern sehr viel mehr Geduld beweisen. In Russland zum Beispiel wird Weihnachten 13 Tage später als bei uns gefeiert.

Wir geben einen Überblick über 13 Weihnachtsbräuche aus aller Welt:

1. Italien

Ausgerechnet im katholisch geprägten Italien hat sich lange Zeit ein Brauch gehalten, der abseits des Kirchenkalenders Grund zum Feiern gab. So wurden Kinder am 6. Januar von der Hexe Befana beschenkt, die auf einem Besen von Haus zu Haus flog. Seit einigen Jahren werden italienische Kinder aber auch in der Nacht zum 25. Dezember beschenkt.

2. Spanien

Das wohl wichtigste Weihnachtsritual abseits des Kirchganges ist die Ziehung der Glückszahlen der Weihnachtslotterie. Die „Lotería de Navidad“ ist die älteste und größte Lotterie der Welt. Am 22. Dezember werden Milliardensummen verteilt, alle hoffen auf den Hauptgewinn „El Gordo“ (der Dicke).

3. Niederlande

Bei unseren Nachbarn steht die Familie und das Essen („Kerstdiner“) im Mittelpunkt der Weihnachtsfeiertage. Schon im November kommt der Nikolaus „Sinterklaas“. Mit den „Zwarten Piet“ als Helfern reist er mit einem geschmückten Dampfschiff voller Gaben an. Höhepunkt ist der „Pakjesavond“ am 5. Dezember. Dann werden Geschenke ausgetauscht.

4. Polen

Bei der polnischen Festtafel an Heiligabend werden nur fleischlose Gerichte aufgetischt, aber bei traditionell zwölf Speisen muss garantiert niemand hungern. In vielen Familien wird ein Zusatzgedeck aufgelegt, falls ein unerwarteter Gast kommt. Nach einer Legende können Tiere in der Weihnachtsnacht sprechen.

5. Tschechien

Einer böhmischen Tradition zufolge wird nach dem Weihnachtsessen ein Apfel quer aufgeschnitten, um die Zukunft vorherzusagen. Zeigt der Apfel sein Kerngehäuse als Stern, bedeutet das Glück und Gesundheit. Ein Kreuz sagt Unheil voraus.

Der Weihnachtsmann ist unterwegs

6. Rumänien

Typisch ist in Rumänien das Schweineschlachten im Advent. In der Umgangssprache bedeutet „jemand schlachtet das Schwein“ so viel wie „er denkt an Weihnachten“. Kinder ziehen von Haus zu Haus und singen Weihnachtslieder – für Geld oder Süßigkeiten.

7. Bulgarien

An Heiligabend gibt es zum Abschluss der Fastenzeit eine ungerade Zahl traditioneller fleischloser Gerichte. Besonders beliebt sind rote Paprika mit Reisfüllung sowie Weinblätter- und Sauerkohlrouladen. Der Tisch wird nach dem Abendmahl nicht abgeräumt, damit auch die Verstorbenen während der Nacht essen können.

8. Griechenland

Viele Griechen stellen statt eines Weihnachtsbaums ein mit Lichterketten geschmücktes Schiffchen in Gärten oder an Fenstern auf. Geschenke gibt es meist nicht zu Weihnachten, sondern in der Neujahrsnacht. Santa Basil legt sie dann unter das Bett.

9. Russland

Das russisch-orthodoxe Weihnachtsfest wird nach dem julianischen Kalender 13 Tage später als die deutsche Weihnacht gefeiert. Die Geschenke bringt Väterchen Frost allerdings an Silvester. Die Familien versammeln sich um einen Tannenbaum und essen gemeinsam.

10. USA

Das weihnachtliche Brauchtum ist ein Mix von Traditionen der Einwandererländer. In der Nacht zum 25. Dezember schwebt „Santa Claus“ mit seinem Schlitten durch die Lüfte und kommt durch den Kamin ins Haus. Dort füllt er die „Christmas Stockings“ mit seinen Gaben.

11. Mexiko

Die Weihnachtsbräuche haben ihren Ursprung in der spanischen Kolonialzeit. Turbulente Umzüge, die „posadas“, prägen an Weihnachten das Bild auf den Straßen. Die Umzüge stellen die Herbergssuche der Heiligen Familie nach.

12. Namibia

Hereros breiten das Fell geschlachteter Ochsen oder Ziegen mit der haarigen Seite nach unten vor einem „Heiligen Feuer“ aus. Die Männer trampeln darauf herum – das soll Glück bringen.

13. Äthiopien

Hier wird Weihnachten in der Nacht vom 6. auf den 7. Januar gefeiert. Die Gläubigen kommen ganz in weiß gekleidet zu mehrstündigen Gottesdiensten in die Kirchen. Danach gibt es nach 43-tägiger Fastenzeit ein Gelage mit Fleisch und scharfen Soßen. (dpa)