Raumsonde

„Rosetta“ gelingt historische Landung auf Kometen „Tschuri“

Komet „Tschuri“ aus 285 Kilometern Entfernung: Bereits 2014 hat sich die Esa-Raumsonde „Rosetta“ dem Kometen genähert, am Freitag ist sie auf dem Himmelskörper gelandet.

Komet „Tschuri“ aus 285 Kilometern Entfernung: Bereits 2014 hat sich die Esa-Raumsonde „Rosetta“ dem Kometen genähert, am Freitag ist sie auf dem Himmelskörper gelandet.

Foto: Esa / dpa

Die Esa-Raumsonde „Rosetta“ ist auf dem Kometen „Tschuri“ angekommen. Damit endet ihre zwölfjährige historische Reise durchs Weltall.

Darmstadt.  Die historische Landung einer Raumsonde auf einem Kometen ist geglückt: Nach zwölf Jahren im All ist „Rosetta“ am Freitag auf „Tschuri“ aufgeprallt. Um 13.26 Uhr (MESZ) twitterte die Europäische Weltraumbehörde (Esa): „Mission vollendet.“ Die Mission mit der Sonde „Rosetta“ sei ein für alle Mal beendet, sagte der Chef des Esa-Flugbetriebs, Paolo Ferri, im Kontrollzentrum Darmstadt: „Sie bleibt in der Kälte für immer und ewig.“ Geplant war, dass sich „Rosetta“ beim Aufsetzen auf den 720 Millionen Kilometer von der Erde entfernten Kometen ausschaltet.

Die spektakuläre Aktion spielte sich 720 Millionen Kilometer von der Erde entfernt ab. Erst 40 Minuten nach der tatsächlichen Landung auf dem Kometen – geplant war sie für 12.38 Uhr (MESZ) – stand endgültig fest, dass „Rosetta“ gut angekommen ist. Die Bestätigung dafür brauchte wegen der Entfernung so lange, um das Kontrollzentrum der Esa in Darmstadt zu erreichen.

Reste aus der Zeit vor 4,6 Milliarden Jahren

Während des Landeanflugs twitterte die Weltraumbehörde Fotos des „unglaublichen Kometenlandungs-Abenteuers“, wie es hieß.

Die Landung ist für die Esa-Wissenschaftler etwas Neues. Die Esa ist mit einer Raumsonde einem Kometen noch nie so nahe gewesen. Die Raumsonde hatte mehrere Instrumente an Bord, mit denen der Komet erforscht worden war. In Kometen stecken die wahrscheinlich ältesten weitgehend unveränderten Reste aus der Zeit vor 4,6 Milliarden Jahren, in der sich das Sonnensystem bildete. Messungen und Bilder soll es bis zum Schluss geben.

Mini-Labor „Philae“ landete vor zwei Jahren auf „Tschuri“

Auf „Tschuri“, dessen Form an eine Ente erinnert, war bereits vor fast zwei Jahren eine historische Landung gelungen. Auf dem Kometen ging das Mini-Labor „Philae“ nieder. „Rosetta“ hatte es an Bord zu „Tschuri“ gebracht.

„Die Resultate werden unser Bild von Kometen über viele Jahre prägen und unser Verständnis zur Entstehung des Sonnensystems und zu den Ursprüngen des Lebens vertiefen“, ist sich der Projektleiter für den Lander, Stephan Ulamec vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) sicher.

Esa und Nasa wollen nun Asteroiden erforschen

Die Instrumente von „Rosetta“ sollten auch in der Schlussphase Bilder schießen und Messungen vornehmen. Die Raumsonde hatte sich zwar schon mit Extrem-Tiefflügen dem Kometen trotz seiner Aktivität genähert und ihn unter die Lupe genommen – aber so nahe war sie noch nie. In einer weiteren Mission haben Esa-Wissenschaftler vor, zusammen mit der US-Raumfahrtagentur Nasa einen Asteroiden zu erforschen. Das Programm muss noch genehmigt werden. (dpa)

Hier geht's zu unserer großen Multimedia-Reportage über Rosettas lange Reise.