Fossil

Versteinerte Riesenschildkröte in Oberfranken entdeckt

Matthias Mäuser, Leiter des Naturkunde-Museums Bamberg, neben einer 150 Millionen Jahre alten fossilen Schildkröte.

Matthias Mäuser, Leiter des Naturkunde-Museums Bamberg, neben einer 150 Millionen Jahre alten fossilen Schildkröte.

Foto: Daniel Karmann / dpa

150 Millionen Jahre alt ist das Fossil, das in Bayern gefunden wurde. Experten haben die Geschichte der Schildkröte rekonstruiert.

Bamberg.  Eine riesige fossile Schildkröte ist im bayerischen Wattendorf (Oberfranken) gefunden worden. Das versteinerte Tier habe einen Durchmesser von 64 Zentimetern und sei eine neue Art, sagte Matthias Mäuser, Leiter des Naturkundemuseums in Bamberg.

Mäuser machte den Fund des 150 Millionen Jahre alten Fossils, das bereits im vergangenen Juni entdeckt worden war, erst nach 300 Stunden Präparationsarbeit öffentlich. Einen Namen habe die neue Art noch nicht, sagte Mäuser. Dazu muss ein Wissenschaftler das Fossil erst genau beschreiben.

Offenbar von einem Krokodil angegriffen

Der Panzer ohne Kopf und Gliedmaßen war in einem Steinbruch gefunden worden. Die Wissenschaftler rekonstruierten die Geschichte des toten Tieres: Es sei tagelang in einer jurazeitlichen Lagune getrieben, an deren Stelle heute Ortschaften liegen. „Dann muss ein Krokodil einen Teil des Panzers abgebissen haben“, erklärte Mäuser. Schließlich sank der Kadaver auf den Lagunenboden, der sauerstofflos und übersalzen war. Nur deshalb sei das Fossil erhalten. (dpa)