Origami

Wie man einen Nissan aus 2000 Blatt Papier nachbaut

Ein Nissan Juke aus Papier. 2000 PS (Papier-Stücke) stecken in dem Wagen.

Ein Nissan Juke aus Papier. 2000 PS (Papier-Stücke) stecken in dem Wagen.

Foto: Nissan

Aluminium-Karosserie? Carbon-Chassis? Japanische Autobauer fahren gerade auf Papier und Pappe ab. Kunst ist das allemal.

London.  So groß wie das Original, geformt wie das Original, aber viel leichter: Nissan hat seinen Juke von einem Papierkünstler nachbauen lassen. Drei Monate Planung und Vorbereitung, 200 Stunden Falten, Knicken, Puzzeln und Kleben liegen hinter Owen Gildersleeve und seinem Team.

Ein Auto ist mal nicht so nebenbei aus Papier nachgebaut, wenn es dem Original auch noch in allen Designelementen gleichen soll. Gildersleeve, britischer Künstler, ersann mit Designer und Illustratoren das Auto zum Knicken. Es setzt sich aus 2000 Blatt Papier zusammen, die zu Polygonen gefaltet und dann miteinander verklebt sind. Ein großer Spaß sei das Projekt gewesen, kommentierte er auf Twitter. Aber das wohl nicht in jedem Moment: „Ein bisschen war es mit den 2000 Teilen, als würde dir das Hirn schmelzen.“

Der Papierkraftwagen ist rechtzeitig zum Welt-Origami-Tag am 11. November vorgestellt worden. Und auch wenn manche Verfechter der reinen Origami-Lehre das zusammengeklebte Werk nicht als echtes Origami durchgehen lassen: Video und Bilder der Aktion faszinieren nicht nur Autofans.

Anlass für den Wagen war der fünfte Geburtstag des SUV, den der japanische Autokonzerns mal anders feiern wollte. Gildersleeve knüpfte an die alte japanische Kunst des Origami an, um das federleichte Auto zu bauen. Er sieht darin auch den Weg zurück an die Anfänge: Auf Papier nehme ein neues Modell Gestalt an, hier findet ein bestehendes Modell den Weg zurück zum Papier.

Nur wenige Wochen zuvor hatte die Toyota-Marke Lexus einen Wagen aus Pappe gebaut, der mit einem Elektromotor angetrieben sogar gefahren werden konnte. Da kooperierten eine Designfirma, ein Modellbauer und ein Kartonhersteller, um selbst die Papptüren und das Lenkrad aus Pappe funktionsfähig zu gestalten. 1700 dicke Pappeplatten wurden computergesteuert so geschnitten und angefräst, dass sie die Form des Lexus IS detailgetreu nachbilden. Der Rahmen war da allerdings aus Stahl und Aluminium.