Offenbach

Größte Dürre seit 50 Jahren

Trockene Böden von Brandenburg bis Bayern, Ernteausfälle in Spanien, Stromausfälle in Polen

Offenbach. Anhaltende Hitze und ausbleibender Regen haben in manchen Teilen Deutschlands eine starke Dürre verursacht. „In Südhessen, Teilen von Nordbayern, Sachsen bis ins südliche Brandenburg ist der Boden so trocken wie seit 50 Jahren nicht“, twitterte der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Montag. Völlig ausgetrocknet seien die obersten 30 bis 60 Zentimeter in den betroffenen Regionen, sagte Udo Busch, Leiter der DWD-Agrarmeteorologie, der Deutschen Presse-Agentur. Dies schade allen Pflanzen, die kürzere Wurzeln haben.

„Es wird aber keine bleibenden Schäden geben“, sagte Busch. Die Wasservorräte im Boden würden immer im Winter aufgefüllt, und davon sei auch in diesem Jahr auszugehen. Schäden in der aktuellen Saison müssten sich im nächsten Jahr nicht wiederholen. Um das Niederschlagsdefizit der vergangenen Monate auszugleichen, müsste es laut Busch etliche Tage fünf bis zehn Liter pro Quadratmeter regnen. Gewittergüsse, bei denen oft in kurzer Zeit mehr als zehn Liter Regen pro Quadratmeter fallen, seien nicht langfristig hilfreich. Dieses Wasser sei nach drei bis vier Tagen verdunstet.

Auch Spanien leidet unter Trockenheit. Ausgerechnet das größte Olivenöl-Exportland muss wegen wetterbedingter Ernteausfälle Olivenöl importieren. Die Monate April und Mai seien sehr heiß gewesen, was die Blüte beeinträchtigt habe, sagte der Generalsekretär des Verbands der Olivenöl-Produzenten, Enrique Delgado.

In Polen hat die Hitzewelle am Montag zu stundenlangen Stromausfällen geführt. Bei Temperaturen bis zu 38 Grad Celsius sah sich der nationale Energieversorger gezwungen, Fabriken und anderen Großverbrauchern zeitweise den Strom abzustellen, um das Elektrizitätsnetz zu entlasten. Die Dürre trifft besonders die Landwirtschaft im Osten des Landes.