Christi Himmelfahrt

Hosen-Sänger Campino flieht vor dem "hässlichen Vatertag"

Sänger Campino von den Toten Hosen kann mit den Gepflogenheiten am Vatertag nichts anfangen

Sänger Campino von den Toten Hosen kann mit den Gepflogenheiten am Vatertag nichts anfangen

Foto: dpa

Vor allem im Norden wappnet sich die Polizei an diesem Donnerstag vor Krawallmachern. Abendblatt.de behält den Vatertag im Blick.

Hamburg/Berlin. Seit dem 4. Jahrhundert feiern Christen an Himmelfahrt die „Aufhebung“ Jesu in den Himmel. Im 16. Jahrhundert begannen feierliche Prozessionen um die Felder, bei denen um eine gute Ernte gebeten wurde. Oft ging der Tag mit Speis und Trank, Tanz und Gesang zu Ende. Die Religion trat immer mehr in den Hintergrund, es entwickelte sich ein sehr weltliches, feuchtfröhliches Treiben.

In Deutschland gab es bereits im 19. Jahrhundert erste „Herrenpartien“ oder „Schinkentouren“. Später etablierte sich der Name Vatertag, auch als Pendant zum Muttertag. Seit Generationen zieht es nun schon hauptsächlich Männer mit Bier und Bollerwagen in die Natur.

Dabei geht es nicht unbedingt immer gesittet zu. Und so wappnet sich die Polizei vor allem im Norden auch in diesem Jahr gegen Randale am Vatertag. In Niedersachsen werden in vielen Städten sogar mehr Beamte unterwegs sein, um betrunkene Störer in Zaum zu halten.

Im Braunschweiger Prinzenpark will die Polizei Pferde und Hundeführer einsetzen. Die Polizei in Hannover hat Beamte in der Hinterhand, um bei Krawallen intervenieren zu können. In Wolfsburg will man Tumulte gleich im Vorhinein verhindern: Im Allerpark herrscht Alkoholverbot. Im vergangenen Jahr hatten sich betrunkene Vatertagsausflügler vielerorts in Niedersachsen geprügelt.

Abendblatt.de hält Sie über Vorkommnisse an Christi Himmelfahrt auf dem Laufenden:

17 Monate Haft für Vatertags-Pöbelei

15.42 Uhr: In Nordrhein-Westfalen hat sich ein Schalke-Fan am Vatertag mit einer unbedachten Äußerung ins Gefängnis gebracht. In voller Fan-Montur pöbelte der 35-Jährige am Essener Hauptbahnhof mehrere Bundespolizisten an, die dort wegen des Niederrheinpokals zwischen Rot-Weiss Essen und Rot-Weiss Oberhausen im Einsatz waren. "Na Bullen! Auch nichts zu tun am Vatertag?", rief der Mann den Beamten laut Mitteilung in aggressivem Tonfall zu. Daraufhin kontrollierten die Polizisten den Mann und stellten fest, dass er mit gleich drei Haftbefehlen gesucht wurde. An seine Gerichtsverhandlungen konnte sich der Stolberger offensichtlich nicht mehr erinnern, als er die Bundespolizisten ansprach. Diese lieferten ihn für die nächsten 17 Monate in die Essener JVA ein.

Mit Kopfnuss in den Vatertag

13.56 Uhr: Die erste Polizeimeldung aus dem Norden kommt aus Emden. Dort versetzte in der Nacht auf den Vatertag ein 31 Jahre alter Emder einem 30-jährigen Kontrahenten eine Kopfnuss, wodurch das Opfer Gesichtsverletzungen davontrug. Gegen den Täter wurde ein Strafverfahren eingeleitet, wie die Polizei mitteilte.

Diskus-Hüne Harting trainiert auf "Bierbank"

13.14 Uhr: Diskus-Olympiasieger und -Weltmeister Robert Harting gönnt sich auch am Vatertag keine Pause, schuftet aber zumindest dem Anlass angemessen für sein Comeback. "Es gibt nur eine Bank, auf der ein Sportler zum Herrentag trainiert. Die Bierbank!", schrieb Harting bei Facebook. Das passende Foto zeigte den 31-Jährigen beim schweren Langhantel-Rudern auf dem notorischen Möbelstück.

Alkoholverbot in Goslar

11.01 Uhr: Auch im Landkreis Goslar (Niedersachsen) ist an einigen Orten heute das Trinken verboten. In den vergangenen Jahren habe es dort Alkoholexzesse, Körperverletzungen und Sachbeschädigungen gegeben, begründete ein Sprecher des Landkreises. Er beklagte Lärm, Wildpinkler, verbotene Lagerfeuer und Müllberge. Die Polizei will Bereitschaftskräfte, Diensthunde und eine Reiterstaffel einsetzen.

Fleißiges Zwitschern zum Vatertag

10.37 Uhr: Bei Twitter hat der Hashtag #Vatertag bereits Hochkonjunktur. Und auch der HSV vergisst seine männlichen Fans heute nicht:

Nord-Väter haben mehr Glück mit dem Wetter

10.28 Uhr: Das Wetter könnte zum Männertag sicher besser sein. Doch immerhin dürfen sich die Väter im Norden über freundlichere Rahmenbedingungen freuen als im Süden. „Am Vatertag bleibt Deutschland eher zweigeteilt“, sagte Meteorologe Lars Kirchhübel vom Deutschen Wetterdienst (DWD) am Mittwoch in Offenbach.

Der Norden und Osten Deutschlands dürfen sich in den kommenden Tagen über Sonne freuen, während es im Süden regnet.

Laut DWD-Vorhersage trennt ein Ausläufer des Tiefs „Benedikt“ subtropische Luft über Süddeutschland von kühler, trockener Meeresluft über der nördlichen Landeshälfte. Daher kann es in Bayern und Baden-Württemberg zu Gewittern kommen, zum Teil mit Hagelkörnern von bis zu vier Zentimetern Durchmesser.

Im Süden lässt der Regen vorübergehend etwas nach, es bleibt jedoch wolkig. Im Norden bleibt es trocken, die Landesmitte bekommt die meiste Sonne ab. „Am Nachmittag nähert sich dann aus Westen ein neues kleines Tief samt Tiefausläufer, dass erneut dichte Wolken mit schauerartigen Niederschlägen ins Land schieben“, sagte Kirchhübel.

Das Tief verlagert sich im weiteren Verlauf Richtung Osten, ein weiteres Tief bringt feuchtwarme Luft aus dem Golf von Genua nach Süddeutschland. Daher muss bis Sonnabend vor allem südlich der Donau mit viel Regen gerechnet werden. Im Norden bleibt es sonnig.

Hosen-Sänger flieht vor dem Vatertag

9.41 Uhr: Campino kann mit dem Vatertag nichts anfangen. Er sei froh, am Donnerstag nicht in Deutschland zu sein, sagte der Sänger der Musikgruppe Die Toten Hosen in einem Interview mit dem Radiosender „MDR Jump“. „Ich mag das nicht, wenn das so ‘ne Stumpfheit kriegt am Nachmittag. Wenn alle so besoffen sind, aber im Grunde kein wirklicher Grund da ist“, erzählte der 52-jährige Campino, der sich derzeit mit seiner Band für eine Reihe von Konzerten in Argentinien aufhält. Der an Himmelfahrt gefeierte Männer- oder Vatertag sei „oft hässlich“. „Also, da ist mir der Karneval sehr viel näher. Da ziehen sich die Leute wenigstens lächerlich an.“ (HA/dpa/sid)