Kampf gegen Raserei

Die Bilanz des Blitz-Marathons in Deutschland

Eine Geschwindigkeitsmessanlage in einem zivilen Fahrzeug der Polizei

Eine Geschwindigkeitsmessanlage in einem zivilen Fahrzeug der Polizei

Foto: Armin Weigel / dpa

Beim Blitz-Marathon haben mehrere Zehntausend Fahrer Rot gesehen. Eine kuriose Erklärung für seine rasante Fahrt hatte ein Mann auf der A1.

Mainz. Rund 91.000 Raser hat die Polizei beim diesjährigen Blitz-Marathon in Deutschland erwischt. Damit waren 2,8 Prozent der 3,2 Millionen kontrollierten Fahrzeuge zu schnell, sagte der Chef der Innenministerkonferenz der Länder, Roger Lewentz (SPD), am Freitag in Mainz. Das war etwa so viel wie bei der vorherigen Aktion im September 2014, als rund 93.000 Fahrzeuge geblitzt wurden - knapp 3,2 Prozent Raser waren im vergangenen Jahr dabei. Bei gewöhnlichen Kontrollen ist die Quote allerdings höher.

Etwa 13.000 Einsatzkräfte blitzten diesmal an etwa 7000 Stellen, 2014 waren es 7500 Blitzerstellen. Die Aktion dauerte mit Rücksicht auf die Trauerfeier für die Opfer der abgestürzten Germanwings-Maschine diesmal nur 18 statt 24 Stunden. Erstmals waren auch 21 weitere Länder in Europa bei der Aktion am Donnerstag dabei.

Einen der schnellsten Raser blitzten die Beamten auf der Autobahn 1 in Köln mit Tempo 204 statt erlaubter 100 Kilometer pro Stunde. Die Quittung laut Bußgeldkatalog: 600 Euro Bußgeld, drei Monate Fahrverbot und zwei Punkte in Flensburg. Der 48-Jährige sagte zu seiner Entschuldigung: „Ich kam mit der Beschilderung nicht zurecht!“

Besonders vorsichtig fuhren erneut Hamburger. Dort waren nur etwa 0,5 Prozent der kontrollierten Fahrer zu schnell. Dagegen haben die Saarländer ganz schön aufs Gaspedal gedrückt: Sechs Prozent fuhren dort schneller als erlaubt, erklärte das Innenministerium in Mainz.

Der rheinland-pfälzische Innenminister zog eine weitgehend positive Bilanz: Die meisten Autofahrer hielten sich an das Tempolimit und führen verantwortungsbewusst, sagte Lewentz.

Die Polizei Schleswig-Holstein machte wegen des Treffens der G7-Staaten nicht mit. In Bayern geht die Aktion nach einer Pause an diesem Freitag noch ein paar Tage weiter.

Zu hohe Geschwindigkeit ist die Ursache Nummer eins für schwere Verkehrsunfälle. Im vergangenen Jahr starben bundesweit 3350 Menschen im Straßenverkehr. (dpa)