Vulkan Bárdarbunga

Isländischer Vulkan von Erdstoß der Stärke 5,7 erschüttert

Der Vulkan Bárdarbunga auf Island bebt weiter. Hinzu kommen nun auch schwere Erdbeben. Am Dienstagmorgen verzeichnete der örtliche Wetterdienst die stärkste Erschütterung seit Beginn der Aktivität.

Reykjavik. Der Gletschervulkan Bardarbunga in Island ist von einem heftigen Erdbeben erschüttert worden. Experten registrierten am Dienstag einen Erdstoß der Stärke 5,7, wie der isländische Wetterdienst mitteilte. Es war die stärkste Erschütterung, seit der Vulkan vor anderthalb Wochen wieder aktiv geworden war, und das heftigste Erdbeben in dem Gebiet seit 1996. Insgesamt wurden den Angaben zufolge am Dienstagvormittag mehr als 20 Erdstöße pro Stunde registriert. Die Meteorologen auf der Insel gehen davon aus, dass seit dem Beginn der Aktivitäten am 16. August die Erde in der Gegend etwa 8000 Mal gebebt hat.

Bereits am Montag war die Situation am isländischen Vulkan Bárdarbunga weiter angespannt. In der Nacht zum Sonntag hatte ein Beben der Stärke 5,3 den Vulkan im Südosten Islands erschüttert. Am Sonnabend hatten die Behörden die höchste Warnstufe Rot ausgerufen. Sie gingen davon aus, dass es unter dem Eis des Gletschers Vatnajökull, der auf dem Bárdarbunga liegt, zu Lava-Ausbrüchen gekommen war. Als sich diese Annahme als falsch herausstellte, wurde die Warnstufe auf Orange zurückgestuft. Das heißt: Zurzeit gibt es kein sichtbares Anzeichen für eine Eruption.

Polizei und Zivilschutzbehörden blieben dennoch in Alarmbereitschaft, sagte Olof Baldursdottir, Sprecherin des nationalen Krisenkoordinationszentrums, am Montag. Das bei Touristen beliebte Gebiet nördlich des Bárdarbunga sei evakuiert, die Straßen blieben gesperrt. Es wird befürchtet, dass es bei einem Ausbruch zu Überschwemmungen kommt, weil die Lava das Eis des Gletschers schmelzen würde.

Auch der Luftverkehr wäre bei einem Vulkanausbruch betroffen. 2010 hatte die Aschewolke des Gletschervulkans Eyjafjallajökull den Flugverkehr in weiten Teilen Europas lahmgelegt.

( (dpa) )