Berlin-Kreuzberg

Gerhart-Hauptmann-Schule: 40 Besetzer harren aus

Bei Protestaktionen gegen die angelaufene Räumung der Gerhart-Hauptmann-Schule in Berlin hatte es in der Nacht zum Mittwoch Verletzte und Sachbeschädigungen gegeben. 40 Besetzer weigern sich nach wie vor, die Schule zu verlassen.

Berlin. Den Behörden ist es bisher nicht gelungen, alle Bewohner der seit Ende 2012 besetzten Gerhart-Hauptmann-Schule in Berlin-Kreuzberg zu einem Umzug in andere Quartiere zu bewegen. Etwa 40 Besetzer harrten am Mittwoch noch in dem Gebäude aus. Sie wollen mit Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) direkt über ein Bleiberecht verhandeln. Das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg beriet am Vormittag mit Anwälten der verbliebenen Besetzer darüber, wie weiter verfahren werden kann. Beratungen gab es auch mit der Polizei. Eine Zwangsräumung lehnt der Bezirk ab.

Um die von Flüchtlingen, Obdachlosen und Roma-Familien besetzte Schule hatte es monatelangen politischen Streit zwischen dem rot-schwarzen Senat und dem von den Grünen geführten Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg gegeben. Beide Seiten hatten sich Tatenlosigkeit vorgeworfen. Am Dienstag war die Räumung angelaufen.

Der Baustadtrat des Bezirks, Hans Panhoff (Grüne), sagte im Inforadio des RBB, bisher hätten 190 Flüchtlinge und 40 Roma-Familien die Schule verlassen und seien in angebotene neue Räumlichkeiten in anderen Bezirken umgezogen. Zu einer Pressekonferenz im Schulgebäude, zu der Vertreter und Sympathisanten der Besetzer für den Vormittag geladen hatten, kam es nicht. Die Zugänge waren von der Polizei abgesperrt.

Bei Protestaktionen von Sympathisanten der Flüchtlinge gab es in der Nacht zum Mittwoch mehrere Festnahmen, zudem wurden mehrere Polizisten leicht verletzt. Die Polizei sprach von jeweils weniger als zehn verletzten Beamten und Festnahmen. An den spontanen Demonstrationen an mehreren Orten, bei denen etliche Fensterscheiben zu Bruch gingen und eine Bushaltestelle demoliert wurde, beteiligten sich nach Behördenangaben etwa 800 Menschen. 900 Polizisten seien im Einsatz gewesen.