Aida

Rentner aus Wedel auf Kreuzfahrt erschossen

Der Mann wurde bei einem brutalen Raubüberfall getötet. Er war von einem Aida-Kreuzfahrtschiff in Venezuela an Land gegangen. Widersprüchliche Aussagen über den Tathergang.

Porlamar/Rostock. Ein Ein deutscher Tourist ist auf der venezolanischen Karibikinsel Margarita bei einem Raubüberfall getötet worden. Der 76-Jährige aus Wedel wurde am Freitag in einem Einkaufszentrum des Inselhauptorts Porlamar erschossen, wie die venezolanische Staatsanwaltschaft mitteilte. Der Mann reiste mit dem Unternehmen Aida Cruises auf einer zweiwöchigen Kreuzfahrt durch die Karibik.

Das Auswärtige Amt verweist auf seiner Webseite ausdrücklich auf die Gefahr bewaffneter Raubüberfälle auf Margarita. Nach einem Bericht der Zeitung „El Universal“ wurde ein zweiter Tourist bei der Schießerei verletzt.

Wie die Kreuzfahrt-Reederei Aida Cruises aus Rostock der Nachrichtenagentur dpa bestätigte, befand sich der Urlauber auf einem Landgang. „Wir bedauern den Vorfall sehr und sind in Gedanken bei den Angehörigen“, sagte Aida-Sprecher Hansjörg Kunze. Das Auswärtige Amt und die deutsche Botschaft in Venezuela kümmerten sich um die weiteren Formalitäten kümmern.

Es gebe keine Reisewarnung für die Insel, sondern nur Reisehinweise. „Man muss die Lage sicherlich jetzt neu überprüfen“, sagte Kunze mit Blick auf die Reiserouten seines Unternehmens. Die Kreuzfahrt war vor einer Woche in der Dominikanischen Republik gestartet. Auf Margarita sollten die Reisenden nur den Tag verbringen.

Der genaue Tathergang blieb zunächst unklar. Nach Angaben von Aida-Sprecher Kunze wurde der Mann angeschossen und erlag später seinen schweren Verletzungen. Die Staatsanwaltschaft hingegen erklärte, er sei sofort tot gewesen.

Einem Bericht der Zeitung „El Sol de Margarita“ zufolge ereignete sich der Überfall am Ausgang des Einkaufszentrums. Demnach überfielen zwei Männer auf einem Motorrad den Mann. Einer von ihnen habe versucht, dem Deutschen den Fotoapparat zu entreißen. Dieser habe sich jedoch gewehrt und versucht zu flüchten. Die Täter hätten daraufhin auf ihn geschossen.

„Wir bedauern den Vorfall auf Margarita sehr, bei dem ein deutscher Tourist ums Leben gekommen ist“, schrieb Venezuelas Tourismusminister Andrés Izarra auf Twitter. „Die Sicherheitskräfte sind den Kriminellen auf der Spur.“ Izarra versprach Aida und der deutschen Botschaft seine volle Unterstützung.

Der Mord geschah während der Austragung der Baseball-Meisterschaft der Karibik auf der Insel Margarita, zu der 2800 zusätzliche Sicherheitsleute entsandt worden waren, wie die Zeitung „El Nacional“ berichtete.

Venezuela gilt als eines der gefährlichsten Länder der Welt. Nach Angaben der unabhängigen Beobachtungsstelle für Gewalt (OVV) wurden dort im vergangenen Jahr mehr als 24.000 Menschen getötet. Die Regierung gibt eine niedrigere Mordrate an. Doch selbst nach ihren Daten liegt Venezuela noch vor Mexiko, Kolumbien und Brasilien.

Aida-Sprecher Kunze sagte, es handele sich um den ersten Todesfall bei einer Reise seines Unternehmens nach Venezuela. Welche konkreten Verhaltensregeln den Gästen beim Besuch des lateinamerikanischen Landes mitgegeben werden, konnte er auf dpa-Nachfrage nicht sagen. „Es gibt eine sehr klare Kommunikation vom Auswärtigen Amt, die geben wir weiter.“ Das AA stuft in seinen Sicherheitsweisen das Zentrum von Porlamar und zwei weitere Küstenorte auf der Insel Margarita als „besonders gefährlich“ ein.