Einzelhandel

Discounter Lidl verkauft bald wieder Coca-Cola

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Der Machtkampf ist zu Ende, der Discounter will bald wieder Coca-Cola in die Regale stellen. Ob auch Fanta und andere Produkte des Herstellers zurückkehren, ist noch offen.

Neckarsulm/Berlin. Coca-Cola kehrt in die Lidl-Regale zurück. Der Neckarsulmer Discounter kündigte am Mittwoch an, ab Anfang März werde die klassische Cola aus Atlanta wieder in allen Filialen erhältlich sein. Offen ließen sowohl Lidl als auch Coca-Cola, ob auch andere Produkte aus dem Angebot des Herstellers wie Fanta, Sprite oder Coca-Cola Zero wieder in den Läden zu finden sein werden.

Lidl hatte die Getränke des US-Konzerns erst kürzlich aus den Regalen geworfen. Ein Cola-Sprecher hatte damals erklärt, die Unternehmen hätten sich „nicht auf ein gemeinsames Vermarktungskonzept“ einigen können. Der Schritt von Lidl war als Eskalation im Preiskrieg des deutschen Einzelhandels gewertet worden. Eine Kultmarke wie Coca-Cola aus den Läden zu verbannen, gilt als ungewöhnlich drastischer Schritt.

Seitdem Discount-Marktführer Aldi vor gut einem Jahr begann, neben der billigen Eigenmarke auch Coca-Cola zu verkaufen, haben Wettbewerber wie Lidl oder Rewe fast wöchentlich die Chance genutzt, mit Sonderangeboten den Aldi-Festpreis von zuletzt 89 Cent für die 1,25 Liter-Flasche zu unterbieten und damit Aldis Rolle als Preisführer infrage zu stellen.

Rewe bot die Zwei-Liter-Flasche Coca-Cola in diesem Jahr zeitweise schon für 1 Euro an – und drückte damit den Literpreis auf rekordverdächtige 50 Cent. Zum Vergleich: Bei Aldi zahlt der Kunde 71 Cent. Die Botschaft für die Verbraucher war klar: Die Zeiten, in denen es als ehernes Gesetz im deutschen Einzelhandel galt, dass Aldi die Preisuntergrenze bei Lebensmitteln des täglichen Bedarfs setzt, sind vorbei.

Um sein Billig-Image zu verteidigen, setzt Aldi inzwischen teilweise im Wochentakt öffentlichkeitswirksam den Rotstift bei immer neuen Produktkategorien an. Erst kürzlich senkte der Marktführer die Preise für verschiedene Frühstücksprodukte wie Cerealien oder Müsli. Eine Woche davor hatte er bereits Eier und Instant-Kaffee verbilligt. Zuvor waren die Preise für Wurstwaren, Reis und Butter gesenkt worden.

Coca-Cola Deutschland kann der durch die Preisschlacht ausgelöste Preisverfall bei seinem wichtigsten Produkt nicht recht sein. Nach Informationen des Fachblattes „Lebensmittel Zeitung“ wollte der Markenartikler in diesem Jahr eigentlich eine Preiserhöhung durchsetzen. Da war der Konflikt mit den selbstbewussten Handelsriesen wohl vorprogrammiert.

( (dpa) )