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Im Video: Rekordkälte lässt Niagara-Fälle zufrieren

Normalerweise rauschen die Niagara-Fälle an der Grenze zwischen den USA und Kanada mehr als 50 Meter in die Tiefe. Die aktuelle Kältewelle verwandelte die Wassermassen jedoch in gewaltige Eiszapfen.

Offenbach. Die aktuelle Kältewelle in Nordamerika ist nach Einschätzung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) die strengste seit zwei Jahrzehnten. Gleichzeitig habe in Europa Luft aus den Subtropen für einen ungewöhnlich milden Jahresbeginn gesorgt.

Ihren Höhepunkt habe die Kältewelle am 6. und 7. Januar erreicht, als Polarluft bis in den Süden der USA und den Norden Mexikos vordrang, heißt es in einem am Donnerstag veröffentlichten Zwischenbericht der DWD-Expertinnen Susanne Haeseler und Christina Lefebvre. Nachts herrschte demnach sehr strenger Frost bis minus 30 Grad, in Zentral-Kanada sogar bis minus 40 Grad. In Chicago sei am 6. Januar ein Tageshöchstwert von -25,5 Grad gemessen worden. An der Grenze zwischen den USA und Kanada stürzt der Niagara-Fluss normalerweise mehr als 50 Meter in die Tiefe. Jetzt klammern sich dort riesige Eiszapfen an den Felsen.

Schon im Dezember registrierten die Meteorologen eklatante Unterschiede zwischen Nordamerika und Europa: Der Monat sei in Kanada sechs bis acht Grad zu kalt gewesen, in Europa dafür deutlich zu warm. Basis ist der Mittelwert der Jahre 1961 bis 1990.

Die Kältewelle in Nordamerika sei kein Widerspruch zur globalen Erwärmung, betonen die Expertinnen. Auch bei einem weltweiten Temperaturanstieg gebe es regional immer wieder extreme Kälteereignisse. Die Wissenschaft erforsche derzeit einen möglichen Zusammenhang zwischen Klimaänderungen und dem Auftreten extremer Wetterereignisse. Für eine fundierte wissenschaftliche Aussage sei es aber noch zu früh.

Kälte in USA bedrohte Trinkwasserversorgung

Wegen der klirrenden Kälte in den USA haben Zehntausende Amerikaner zeitweise um ihr Trinkwasser bangen müssen. Weil die Einlassventile einer Wasseraufbereitungsanlage einfroren, hatten Zehntausende im US-Staat Ohio vorübergehend nur begrenzten Zugang zu frischem Wasser. Die Anlage versorgt nach eigenen Angaben ein Gebiet mit mehr als 200.000 Einwohnern. Die Stadt Avon rief ihre Bürger dazu auf, mit Wasser sparsam umzugehen. Bürgermeister Bryan Jensen bat Bürger, vorerst nicht zu baden, zu duschen und keine Wäsche zu waschen. Selbst die Toilettenspülung sollte man nach Möglichkeit weniger benutzen als gewöhnlich.

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