Lebenserhaltungsmaßnahmen

USA streiten über schwangere Komapatientin Muñoz

Die 33-Jährige war im November in ihrer Küche kollabiert, vermutlich wegen einer Lungenembolie. Damals war sie im vierten Monat schwanger. Die Familie muss nun möglicherweise vor Gericht ziehen.

Fort Worth. In den USA ist eine Debatte über eine für hirntot erklärte Frau entbrannt, die wegen ihrer Schwangerschaft gegen den Willen ihrer Familie künstlich am Leben gehalten wird. Die 33 Jahre alte Marlise Muñoz war im November in ihrer Küche kollabiert, vermutlich wegen einer Lungenembolie. Damals war sie im vierten Monat schwanger.

Ärzte in Fort Wort (Texas) erklärten sie für hirntot. Ihren Angehörigen zufolge wollte Muñoz nie von medizinischer Technologie am Leben gehalten werden. Da Texas es Ärzten laut Gesetz verbietet, Schwangeren die Lebenserhaltungsmaßnahmen zu kappen, muss die Familie nun möglicherweise vor Gericht ziehen.

„Wir kämpfen nicht gegen die Familie Muñoz“, sagte eine Sprecherin des Krankenhauses der Nachrichtenagentur dpa am Donnerstag. „Wir handeln nach dem Gesetz.“ Der Fall ist besonders schwierig, da er ethische Fragen um Sterbehilfe und Abtreibung aufwirft.

Zeitgleich will eine Familie in Kalifornien ihre 13 Jahre alte Tochter am Leben halten, die vor vier Wochen für hirntot erklärt wurde. Vor Gericht und mit Hilfe der Presse versuchten die Angehörigen, den Teenager an einem Beatmungsgerät zu halten. Beide Fälle wecken Erinnerungen auch die Komapatientin Terri Schiavo, deren Tod im Jahr 2005 ein langer, teils politischer Streit vorausging.