Fall Karl Dall

Schweizer Journalistin belästigte auch Udo Jürgens

Karl Dall wehrt sich gegen die Vorwürfe, eine Frau vergewaltigt zu haben. Auch Udo Jürgens habe schon einmal Bekanntschaft mit der Schweizer Journalistin gemacht, erklärt nun sein Anwalt.

Zürich. Die Schweizer Journalistin, die dem Komiker Karl Dall (72) eine Vergewaltigung vorwirft, soll zuvor den Sänger Udo Jürgens (79) gestalkt haben. „Udo Jürgens hat auch Erfahrungen mit der Dame gemacht“, sagte sein Sprecher Thomas Weber am Freitag der Nachrichtenagentur dpa. 2006 soll die Schweizerin den Österreicher belästigt haben. „Wir gehen davon aus, dass die Frau Probleme hat. Aus Rücksicht haben wir den Namen der Frau deshalb nie genannt, weil wir sie schützen wollten“, so Weber.

Jürgens wünsche Dall, dass die Angelegenheit schnell zu Ende gehe. Er habe damals selbst „alle nötigen rechtlichen Schritte“ eingeleitet, damit die Belästigungen aufhören, sagte Weber.

Die Staatsanwaltschaft Zürich ermittelt gegen den Komiker Dall wegen des Verdachts der Vergewaltigung. Er saß deshalb auch vier Tage in Untersuchungshaft. Die Journalistin wirft Dall vor, sie im September in einem Hotel vergewaltigt zu haben. Zwei Monate später hat sie Anzeige erstattet.

Der Anwalt von Komiker Karl Dall hat den Vorwurf der Vergewaltigung gegen seinen Mandanten zurückgewiesen. „Es gab weder eine Vergewaltigung noch Geschlechtsverkehr“, sagte Marc Engler der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag. Der Vorwurf lautet, er habe im September in einem Hotel eine Frau vergewaltigt. Der Komiker hatte bereits in der „Bild“-Zeitung die Anschuldigungen bestritten.

Engler bestätigte, dass es zwischen Dall und einer Journalistin nach einem Auftritt in Zürich zu einem Treffen gekommen sei. Auf Drängen der Frau seien die beiden auf das Zimmer gegangen – zu sexuellen Handlungen sei es aber nicht gekommen. „Die Dame war sehr offensiv, aber Herr Dall wollte den Avancen nur ein Ende bereiten.“

Der Anwalt berichtete, dass sein Mandant und dessen Familie im Anschluss an das einmalige Treffen telefonisch belästigt worden seien. Von einer Anzeige habe Dall aber erst bei seiner Verhaftung erfahren. „Die Verhaftung war ein Schock und die Zeit im Gefängnis war schwer“, sagte Engler. Trotzdem sei Dall nach eigenen Aussagen anständig von der Schweizer Justiz behandelt worden. Der Komiker stehe für weitere Untersuchungen jederzeit zur Verfügung.