München

Kunstsammler Cornelius Gurlitt offenbar untergetaucht

Die Taskforce ist ratlos: Vom 15. Mai an habe es zehn Kontaktversuche gegeben, so der Staatsanwalt. Gurlitt soll 300 Werke zurückerhalten, die ihm zweifelsfrei gehören.

München. Die Staatsanwaltschaft Augsburg hat nach eigenen Angaben mindestens zehnmal versucht, den Kunstsammler Cornelius Gurlitt zu erreichen. Bereits im Januar dieses Jahres sei ihm angeboten worden, einen Teil seiner Bilder zurückzubekommen, sagte Staatsanwalt Reinhard Nemetz am Donnerstag im Justizausschuss des bayerischen Landtags. Den Termin habe Gurlitt aber aus persönlichen Gründen verschoben – und sei seitdem für die Staatsanwaltschaft nicht mehr zu erreichen gewesen. Vom 15. Mai an habe es zehn Kontaktversuche gegeben, sagte Nemetz – telefonisch und schriftlich.

Der letzte Versuch war nach Angaben Nemetz’ ein Brief vom 23. Oktober. Mitarbeiter seiner Behörde seien sogar bei Gurlitt zu Hause vorbei gefahren, um sicherzugehen, dass bei dem heute 80-Jährigen alles in Ordnung sei. „Wir wussten auch um das Alter unseres Beschuldigten“, sagte Nemetz. „Man hat deswegen Kontakt zu Hausbewohnern gesucht und von denen in Erfahrung gebracht, dass er sehr wohl guter Dinge ist.“ Er sei beim Einkaufen gesehen worden. „Es bestand kein Grund, uns Sorgen zu machen.“

Gurlitt soll rund 300 Werke aus seiner 1280 Werke umfassenden Sammlung zurück erhalten, die ihm zweifelsfrei gehören. Auch die Taskforce, die die Herkunft der Bilder ermitteln soll, konnte Gurlitt bislang nicht erreichen. Die Behörden wollen es aber weiter versuchen. „Dinge, die ihm gehören, die kriegt er auch“, sagte der Münchner Generalstaatsanwalt Christoph Strötz.

( (dpa) )