Olympische Winterspiele 2014

Der Kreml schickt Olympische Fackel ins All

Es soll ein Fackellauf der Superlative werden: Bis zum Nordpol hat der Kreml in einer minutiösen Inszenierung das Olympische Feuer schon geschickt. Nun geht es zu den Sternen.

Moskau. Drei Raumfahrer sind mit einer Olympischen Fackel als Symbol der Winterspiele 2014 in Sotschi zur Internationalen Raumstation ISS gestartet. Nach der Ankunft in gut 400 Kilometern Höhe war noch am Donnerstag eine Stafette der insgesamt neun ISS-Besatzungsmitglieder geplant, bevor am Sonnabend zwei Kosmonauten erstmals in der Geschichte die Fackel mit auf einen Außeneinsatz nehmen wollen. Aus Sicherheitsgründen wird das Olympische Feuer aber nicht im Weltall entzündet.

Bei blauem Himmel hob die mit Olympia-Motiven beklebte Sojus-Rakete mit den Raumfahrern und der besonderen Fracht an Bord am Donnerstag um 10.14 Uhr Ortszeit (5.14 Uhr MEZ) vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan ab. Bilder übertrug das russische Staatsfernsehen live. Kurz vor dem Einstieg präsentierte der russische Kosmonaut Michail Tjurin stolz die Fackel.

„Die Olympia-Fackel ist ein Symbol für Frieden, und ich bin froh, diese Mission zu haben“, sagte Tjurin. Gemeinsam mit dem US-Astronauten Rick Mastracchio und dem japanischen Raumfahrer Koichi Wakata sollte er die ISS nach gut sechs Stunden Flug erreichen, wo die Männer mehrere Monate lang arbeiten sollen. Zunächst aber ist der Ausstieg der Russen Oleg Kotow und Sergej Rjasanski geplant. Ziel ist, ein Foto der Kosmonauten mit der Fackel vor der Erde zu schießen.

Der besondere Außeneinsatz ist Teil des von Russland geplanten größten Fackellaufes der Geschichte vor den Winterspielen im Kurort Sotschi am Schwarzen Meer vom 7. bis 23. Februar 2014. Experten kritisieren die aufwendige Aktion als völlig unverhältnismäßig. Bereits im Oktober hatte ein Eisbrecher eine Fackel zum Nordpol gebracht. Weitere geplante spektakuläre Stationen sind der Grund des Baikalsees in Sibirien und der Gipfel des 5642 Meter hohen Elbrus im Kaukasus-Gebirge.

Alle neuen Besatzungsmitglieder sind All-erfahren: Für Tjurin ist es der dritte Flug zur ISS, Mastracchio und Wakata sind jeweils zum vierten Mal im Weltraum. Mit ihrer Ankunft sind zum ersten Mal seit gut vier Jahren neun Besatzungsmitglieder zeitgleich auf dem Außenposten der Menschheit im Einsatz. Allzu lange muss sich die Crew aber nicht auf der ISS drängeln: Bereits am Montag sollen der Russe Fjodor Jurtschichin, die US-Amerikanerin Karen Nyberg und der Italiener Luca Parmitano mit einer Sojus zur Erde zurückkehren.