Die Schule fällt aus, Straßen sind gesperrt. Oberbayern hat es hart getroffen. Eine Webcam zeigt die Schneehöhe im Harz. Der ADAC gibt Tipps für Winterreifen.

Garmisch-Partenkirchen/Hamburg. Schulausfall und Schneechaos in Bayern, ein leichter Zuckerberg im Harz und Dauerregen im Norden – so sieht die Wetterlage kurz vor dem Wochenende in Deutschland aus. Der erste Schnee der Saison hat am Freitag ein Verkehrschaos rund um Garmisch-Partenkirchen ausgelöst. Im gesamten Landkreis falle der Schulunterricht aus, sagte ein Sprecher der Polizei. Auch Kindergärten und Kitas blieben geschlossen. Das Landratsamt forderte die Einwohner auf, zu Hause zu bleiben. Umstürzende Bäume gefährdeten Fußgänger und Autofahrer.

Die Bundesstraße 2 zwischen Garmisch-Partenkirchen und Mittenwald sei gesperrt, sagte der Polizeisprecher. 15 umgestürzte Bäume blockierten die Fahrbahn. Der Polizeisprecher warnte Autofahrer davor, auf kleine Nebenstraßen auszuweichen und empfahl, besser zu Hause zu bleiben. Auch aus anderen Regionen in Oberbayern wurden Behinderungen gemeldet.

Auch in den Mittelgebirgen war der erste Schnee gefallen. Der höchste Berg Norddeutschlands, der 1141 Meter hohe Brocken im Harz, präsentierte sich „leicht überzuckert“, wie ein Beobachter der dortigen Wetterstation sagte. Bei Temperaturen leicht unter null Grad habe es in der Nacht geschneit, doch liege noch keine komplette Schneedecke.

Hier gibt es einen Blick aus einer Webcam auf die Landschaft.

Auch auf dem Feldberg im Schwarzwald war Schnee gefallen. Winterfans nutzten die weiße Pracht dort sofort zum Bau attraktiver Schneemännern. Wie lange sie stehen bleiben würden, war jedoch ungewiss. Auch der Wetterbeobachter auf dem Brocken meinte, wie lange die weiße Pracht liegen bleibe, sei derzeit unklar, da es wieder etwas wärmer werden soll.

Schneefall im Oktober sei nichts ungewöhnliches, sagte der Sprecher weiter. Laut 30-jährigem Mittel gibt es im Oktober an 4,2 Tagen Schnee. Den Rekord für den Monat gab es am 31. Oktober 1974 mit 80 Zentimetern der weißen Pracht.

Der ADAC empfiehlt, rechtzeitig von Sommer- auf Winterreifen umzurüsten. Der Gesetzgeber fordere eine generelle Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern. Der Automobilclub rät, aus Sicherheitsgründen Winterreifen schon ab einer Profiltiefe von vier Millimetern auszutauschen. Spätestens im Alter von zehn Jahren sollte ein Reifen ebenfalls ersetzt werden – das Herstellungsdatum verbirgt sich in der DOT-Nummer auf der Reifenflanke.

Vor dem Abmontieren sollten die Sommerreifen mit Kreide gekennzeichnet werden („VR“ für „vorn rechts“, „HL“ für „hinten links“). Dieses Vorgehen erleichtere die Montage nach dem Winter. Der Reifendruck sollte vor dem Einlagern um 0,5 bar erhöht werden. Reifen auf Felgen sollten übereinander liegend gestapelt oder einzeln an speziellen Wandhaken aufgehängt werden, so der ADAC. „Reifen ohne Felgen müssen senkrecht, auf einem trockenen, nicht mit Öl oder Benzin verschmutzten Boden stehen. Außerdem sollten sie alle paar Wochen um ein Viertel des Umfangs gedreht werden. Reifen mögen es kühl, trocken und dunkel.“