Würzburg

Sexueller Missbrauch: Pfarrer zu 33 Monaten Haft verurteilt

Der katholische Priester hat sich zwischen 1992 und 1998 in einer Gemeinde im Landkreis Main-Spessart insgesamt neunmal am Sohn eines evangelischen Pfarrers vergangen.

Würzburg. Ein katholischer Priester ist wegen sexuellen Missbrauchs zu einer Gefängnisstrafe von zwei Jahren und neun Monaten verurteilt worden. Die erste Strafkammer des Landgerichts Würzburg sah es am Freitag als erwiesen an, dass sich der heute 58-Jährige zwischen 1992 und 1998 in einer Gemeinde im Landkreis Main-Spessart insgesamt neunmal am Sohn eines evangelischen Pfarrers vergangen hatte.

Dieser war damals laut Anklage fünf Jahre alt und lebte mit seiner vom Vater geschiedenen Mutter im katholischen Pfarrhaus. Der Angeklagte hatte sich selbst angezeigt und die Taten vor dem Landgericht bedauert. Er bestritt jedoch eine pädophile Neigung.

Die Staatsanwaltschaft hatte in dem dreitägigen Verfahren eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und vier Monaten gefordert, die Verteidigung eine Bewährungsstrafe. Laut einem psychiatrischen Gutachter ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Geistliche erneut ein Kind sexuell missbrauchen wird, „nicht hoch“.

Der Vorsitzende Richter Burkhard Pöpperl sagte laut einem Sprecher, dass die Vorfälle geahndet werden müssten, auch wenn sie lange Zeit zurücklägen. „Eine Bewährungsstrafe wäre weder der Schuld des Angeklagten, noch den Folgen für den Nebenkläger gerecht geworden“, begründete er.

Pöpperl bedankte sich bei allen Prozessbeteiligten. Der Angeklagte habe durch sein Geständnis dem Opfer peinliche Befragungen erspart. Dem Deutschen Orden, dem der Geistliche angehört, bescheinigte er, die eigenen Richtlinien in Missbrauchsfällen konsequent umgesetzt zu haben. Zudem habe der Orden dem Opfer einen materiellen Ausgleich von 80.000 Euro angeboten.

( (epd) )